Baumharze: Räucherwerk und Salben für Körper und Seele

Sie werden als die „Tränen der Bäume“ oder als „Gold des Waldes“ bezeichnet – die Baumharze. Viele Kulturen schätzen sie seit Jahrtausenden wegen ihrer betörenden Düfte und heilsamen Wirkungen als Räucherstoffe für Heilrituale, zeremonielle Reinigungen oder um sich mit den Urkräften der Natur zu verbinden. Die heilsame Kraft der Baumharze wird in der Volksmedizin auch in Salben gebannt und gegen viele Leiden eingesetzt.

 Jeder Baum ist von langen Harzkanälen durchzogen, in denen der honigdicke, klebrige Harzbalsam gespeichert ist – ein Gemisch aus ätherischen Ölen, Säuren, Alkoholen, Phenolen und anderen Verbindungen. Wird der Baum verletzt oder bekommt seine Rinde Risse, tritt der Balsam nach außen, desinfiziert und verschließt die „Wunde“, die im Idealfall vollständig ausheilt – ein ähnliches Phänomen wie bei der menschlichen Wundheilung. Sobald der ausgeschiedene Balsam getrocknet und erhärtet ist und alle flüchtigen Inhaltsstoffe verdunstet sind, wird er nicht mehr als Balsam (oder wie bei heimischen Nadelbäumen als Terpentin), sondern als Harz bezeichnet. Dabei gleicht kein Harz dem anderen, denn der Balsam jeder Baumart hat eine eigene Beschaffenheit und seinen ganz besonderen Duft.

 In Süddeutschland und Österreich bezeichnet man das Harz auch als „Pech“. Und wer schon einmal ungewollt mit einem Stückchen Harz Tuchfühlung hatte, weiß, wie stark dieses Produkt des Waldes an allem kleben bleibt. Aber auch, wie wundervoll das „Pech“ duftet. Für die Volksmedizin war die Entdeckung des Harzes als Heilmittel denn auch keineswegs Pech – sondern das reinste Glück. Baumharz kann Balsam sein für Körper und Seele.

 

•    Den vollständigen Beitrag können Sie im Novemberheft 2016 lesen.

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