Grüner Tee – Eisenräuber oder Kraftquelle?

Bancha, Matcha, Sencha, Genmaicha – die grünen Teesorten aus Japan und China sind im Westen populär geworden. Sie sorgen nicht nur für einen Hauch faszinierender Exotik in der Teetasse, sondern sollen darüber hinaus auch noch gesund sein. Das stimmt – wenn ein paar grundlegende Dinge beachtet werden.

 Einst war der Teegenuss ein Privileg von Kaisern und Mönchen. Heute ist Tee ein alltägliches Getränk. Dank der Globalisierung hat man die Wahl zwischen vielen Teesorten, allein vom Grünen Tee sind fast 50 Sorten im Sortiment der Super- und Biomärkte sowie in Reformhäusern zu finden. Alle Teesorten stammen dabei von zwei Varianten der strauchartig wachsenden Pflanze Camellia sinensis ab, die in China seit Jahrtausenden kultiviert wird. Der Anbau der Varietät Camellia assamica ist heute vor allem in den tropischen Zonen von Indien und Sri Lanka üblich. Zur Herstellung von schwarzem Tee werden die Teeblätter nach der Ernte fermentiert, das heißt gezielt dem Luftsauerstoff ausgesetzt. Dabei wird der Tee dunkel bis schwarz und verliert seine bittere Note. Allerdings werden bei der Oxidation wertvolle Inhaltsstoffe wie Catechine und Aminosäuren reduziert.

 Die Varietät Camellia sinensis var. sinensis, auch Chinasaatpflanze genannt, wächst langsamer, hat kleinere Blätter und ist nicht so ergiebig wie Camellia assamica. Beheimatet ist die Pflanzenart in den subtropischen Gebieten von China, Japan, Taiwan oder Indonesien. Sie eignet sich besonders gut für Grünen Tee, dessen Herstellung in China seit dem sechsten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung bekannt ist. Dabei werden die frisch geernteten Blätter der Teepflanze kurz erhitzt, entweder gedämpft (Japan) oder geröstet (China). Die Behandlung mit hohen Temperaturen deaktiviert bestimmte Enzyme im Zellmaterial, sodass keine Fermentation stattfindet. Als Ergebnis bleiben die schöne grüne Farbe sowie die Sekundären Pflanzenstoffe erhalten, die den Tee für den Menschen so wertvoll machen.

 In den Ursprungsländern China und Japan wurde lange Zeit nur Grüner Tee hergestellt und getrunken, da er die größte Heilwirkung besitzt. Der stark fermentierte Schwarztee ist seit der Kolonisation Indiens durch die Engländer vor allem für den Export nach Europa bestimmt. Je nach Grad der Fermentation werden in China sechs große Teesorten unterschieden – von stark bis nicht fermentiert: Schwarzer Tee, Pu-erh-Tee, Oolong Tee, Gelber Tee, Weißer Tee und Grüner Tee.

 

•    Den vollständigen Beitrag können Sie im Januarheft 2017 lesen.

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