Lymphdrainage nach Krebs-OP gefährlich?

Eine Freundin hat über dreißig Jahre nach einer Totaloperation wegen Krebs immer noch ein sehr dickes Bein durch einen Lymphstau. Ihr Arzt rät von Lymphdrainage ab mit dem Argument, dadurch eventuell schlummernde Krebszellen wieder zu aktivieren. Was raten Sie?

Antwort
Derartige Lymphabflussprobleme der Beine finden sich sehr häufig nach Entfernung der Gebärmutter, der Eierstöcke oder anderen Operationen im Unterbauch. Sie können sehr hartnäckig sein und die schulmedizinische Therapie ist oft nach kurzer Zeit ausgeschöpft.
Was die Anregung eventuell noch schlummernder Krebszellen anbelangt, ist eher Skepsis angesagt, denn dafür ist die Operation schon zu lange her. Natürlich sollte man mit einem Lymphstau an Arm oder Bein (vor allem bei Folgen nach einer Krebsoperation) eher vorsichtig umgehen, das bedeutet auch, darauf zu achten, dass es zu keinen Verletzungen, Schürfungen bzw. Unfällen an dem betroffenen Bein kommt. Gerade bei der Gartenarbeit ist beispielsweise Vorsicht geboten. Auch kleinste Verletzungen können Eintrittspforten für Erreger sein, die sich dann schnell über die sowieso schon nicht mehr ganz intakten Lymphwege vermehren können. Daher ist eine gute Haut- und Nagelpflege des betroffenen Beines oder Armes ebenfalls sehr wichtig.
Gegen eine sanfte Behandlung mit einem Massagehandschuh ist jedoch gar nichts einzuwenden. Auch die tiefer gehende Lymphdrainage ist aus unserer Sicht sehr sinnvoll, wenn sie fachgerecht und regelmäßig durchgeführt wird. Aber dies sollte mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden. (Eventuell eine zweite Meinung einholen!) Bei stärkeren Beschwerden und hartnäckiger Lymphstauung, die oftmals für die Betroffenen sehr belastend und teilweise auch schmerzhaft ist, kann der Besuch einer Fachklinik für Lymphologie ratsam und hilfreich sein. Eine gute Adresse ist hier z. B. die „Földi-Klinik“ in Hinterzarten bei Freiburg, die auf Lymphödeme aller Art spezialisiert ist und teilweise auch ganzheitlich arbeitet.
Innerlich tragen den Lymphfluss fördernde Arzneien wie z.B. „Lymphomyosot“ (Heel) oder „Lymphdiaral“ (Pascoe) zur Aufhebung des Staus bei. „Lymphomyosot“ ist etwas stärker wirksam, sollte jedoch bei Schilddrüsenleiden nicht genommen werden. Möglich ist bei stärkeren Formen der Lymphabflussstörung auch die intravenöse oder intramuskuläre Injektion der genannten Mittel. Damit können oft erstaunliche Heilungserfolge erzielt werden.

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