Weihrauchpräparat bei Morbus Crohn?

In einer Ihrer älteren Ausgabe ich Ihren sehr positiven Beitrag über Weihrauch. Für meine an Morbus Crohn leidende Tochter wollte ich dieses Heilmittel in der Apotheke kaufen. Dort sagte man mir, Weihrauch solle den krebserregenden Stoff Benzopyren enthalten, der ein Nervenleiden hervorrufen könnte. Die Langzeit- und Nebenwirkungen seien noch nicht ausreichend untersucht worden. Wer hat Recht?

Antwort

Die Beantwortung dieser Frage ist in der Tat schwierig. Die Wirkung von Weihrauch (Boswellia serrata) auf Erkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Asthma und Rheuma wird seit einigen Jahren untersucht. Zuletzt gab es bzgl. Morbus Crohn eine recht breite Studie der Universität Heidelberg, durchgeführt an der Uniklinik Mannheim.

In den Studien gab es keinen direkten Hinweis auf die krebserregende Wirkung von Weihrauch, das Benzopyren entsteht wohl vor allem beim Räuchern des Harzes.

Der Qualm von Weihrauch enthält nach Erkenntnissen von taiwanesischen Wissenschaftern erhebliche Mengen krebserregender Substanzen. Forscher der Universität Taipeh in Taiwan nahmen Proben im Inneren und an den Außenwänden eines Tempels sowie an einer stark befahrenen Kreuzung in Taipeh. Dabei stellte sich heraus, dass die Konzentration bestimmter aromatischer Kohlenwasserstoffe im Inneren des Tempels höher war als an der Verkehrskreuzung. Vor allem das krebserregende Benzpyren, das in Autoabgasen und im Zigarettenqualm enthalten ist, wurde im Tempelinneren in hoher Konzentration gemessen.

 

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