Älter werden – und jung bleiben

Lange Zeit galt es als wissenschaftlich erwiesen, dass das menschliche Gehirn wie der menschliche Körper einem Alterungsprozess unterliegt und dass dieser Prozess – unmerklich zunächst – bereits in relativ jungen Jahren beginnt. Die Konzentrationsfähigkeit lässt nach, Nervenzellen sterben ab und Adern verkalken. Warum aber verläuft dieser Prozess bei Menschen gleichen Alters so unterschiedlich?

Da sind die „jungen Alten“, die in fortgeschrittenen Jahren eine Fremdsprache lernen, zu einer Weltreise im Wohnmobil aufbrechen, nach der Pensionierung ein Studium aufnehmen und sich einen Laptop kaufen, um beim Lieblingsthema der Enkel – dem Internet – mitreden zu können. Und da sind die „alten Alten“, die kaum noch aus dem Haus gehen und passiv-konsumierend vor dem Fernseher vereinsamen. Genetische Vorgaben? Teilweise. Wichtiger als unsere genetische Disposition ist jedoch die Art, wie wir unsere Lebenszeit gestalten.

Das Gehirn trainieren

Kein Sportler kann es sich leisten, regelmäßig seine Trainingseinheiten zu verpassen. Ein Körper, der nicht regelmäßig gefordert wird, kann auf Dauer keine Leistung erbringen. Ähnlich wie den Muskeln geht es auch dem Denkapparat: Kontinuierliche Anforderungen bringen das Gehirn auf Trab. Ganze Hirnregionen können reaktiviert werden, wenn sie nur fleißig benutzt werden. Neuroplastizität nennen Wissenschaftler diese Fähigkeit zur Veränderung. Reicht dazu das tägliche Lösen eines Kreuzworträtsels? „Eindeutig nein“, sagt Prof. Dr. Holger Schulze, Neurobiologe an der Universität Erlangen-Nürnberg. „Unser Gehirn ist eine Maschine, die darauf ausgelegt ist, sich optimal an die Anforderungen von außen anzupassen.

 

•    Den vollständigen Beitrag können Sie im Januarheft 2012 lesen.

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