Auszeit vom Alltagslärm: Zurück in die Stille

In einer Welt, die immer hektischer und lauter wird, wächst auch das Bedürfnis nach tiefer Ruhe. Doch was, wenn wir sie tatsächlich finden? Sind wir ihr überhaupt gewachsen? Und brauchen wir letztlich nicht auch den Schall, um uns zutiefst lebendig zu fühlen und um den Wert der Stille zu begreifen?

 Lärm ist heute allgegenwärtig. Nicht nur nachts rauben uns grölende Kneipenbesucher, streitende Nachbarn und quietschende Straßenbahnen den Schlaf. Auch tagsüber werden wir dauerbeschallt – ob durch Presslufthämmer, Hupen, klingelnde Handys oder die allgegenwärtige Musikberieselung beim Einkaufsbummel. Selbst das einst so „stille Örtchen“ hat vielerorts sein Ruhe-Privileg verloren und sich zu einem „hippen“ Erfrischungssalon gemausert – natürlich mit der passenden Hintergrundmusik.

Wie stark wir uns tatsächlich durch unseren Umgebungslärm belästigt fühlen, zeigt eine Umfrage des Umweltbundesamtes (UBA) aus dem Jahr 2014: Demnach empfindet mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung den Straßenverkehrslärm als störend, dicht gefolgt von Nachbarschaftsgeräuschen wie lauten Fernsehern oder Haustieren. Auf Platz drei und vier der Störquellen: Gewerbe- und Industrielärm sowie Flugverkehr. Und immerhin noch jeder Sechste fühlt sich durch vorbeifahrende Züge beeinträchtigt. „Wie viele Minuten verbringen Sie an einem durchschnittlichen Tag in Stille?“, fragt der Mönch und Friedensaktivist Thich Nhat Hanh in seinem Buch „Stille, die aus dem Herzen kommt“. Eine Frage, die nachdenklich stimmt in unserer heutigen Zeit, in der die Stille ein kostbares Gut geworden ist. Eine echte Ausnahme. Ein Sehnsuchtswort.

 

• Den vollständigen Beitrag können Sie im Januarheft 2018 lesen.

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