Corona-Pandemie – Die Botschaft der Schamanen an uns

In Zeiten einer globalen Pandemie rücken die Völker und Kulturen des Planeten zusammen. Erstmals erleben Menschen ganz ähnliche Gefühle, beugen sich globalen Beschränkungen, handeln planetar. Doch der Umgang mit Krankheit und Heilung ist dabei sehr unterschiedlich. Während die westliche Medizin auf Medikamente und Impfstoffe setzt, konzentrieren sich indigene Heiler auf inneren Wandel und die Kraft der Liebe als Pfad zur globalen Balance. Ein Online-Kongress des Instituts für Ganzheitsmedizin brachte solche Stimmen aus aller Welt im Mai 2020 zusammen und gab damit der eindringlichen Botschaft der Schamanen rund um den Globus zur aktuellen Situation den ihr gebührenden Raum.

 Südafrika, am Rand der Millionenstadt Soweto: Der von seiner Krankheit gezeichnete alte Mann vom Stamm der südafrikanischen Xhosa sitzt wie in Trance vor dem Schamanen Percy Konqobe. Der Mann mit dem wilden Bart und der Fellmütze auf dem Kopf legt ein Tuch vor sich aus, greift in den Beutel, den er immer bei sich trägt, und holt ein Bündel mit Knochen hervor: große und kleine, weiß gebleicht, kleine Gelenk- oder Beinknochen von Hühnern und anderen Vögeln, kleinen Säugern. Dann wirft er mit ein bisschen Theatralik in oft geübter Geste die Skelettteile vor sich hin. Wie im Mikado-Spiel liegen sie über- und untereinander. Dann beginnt Percy Konqobe die Diagnose, indem er genau hinschaut, welcher Knochen welchen berührt, was schräg herausragt, welches Skelettteil welches verdeckt, dominiert oder zu brechen scheint. Seine Analyse trifft den Punkt: Der Mann ist psychosomatisch erkrankt, weil seine Großfamilie ihn wegen seiner Trunksucht nicht länger als Ältesten anerkennt. „Haben wir das Problem identifiziert, dann werfen wir die Knochen zu der Frage, was die Wurzel des Problems ist“, erläutert der südafrikanische Sangoma: „Wenn wir das wissen, dann fragen wir die Knochen, ob es irgendeine Lösung für das Problem gibt. Und wenn es eine Lösung gibt, finden wir heraus, was dafür getan werden muss. Wenn es keine Lösung gibt, finden wir heraus, was stattdessen getan werden soll.“ Was für einen westlichen Mediziner wie Hokuspokus wirkt, ist ein Werkzeug traditioneller Heiler, die man hier Sangomas nennt. Die Knochen sind alles andere als magischer Schnickschnack. Jeder einzelne steht für einen Repräsentanten im sozialen System des Erkrankten: Vater, Mutter, Ehefrau, Kinder, Großvater und Großmutter, Häuptling und Dorfpolizist. An der Lage der Knochen erkennt der Sangoma die Lage der Dinge – wie der moderne Familientherapeut in einer systemischen Aufstellung …

 

• Den vollständigen Beitrag können Sie im Augustheft 2020 lesen.

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