Psyche & Immunsystem: Das Covid-Stress-Syndrom

Nerven-, Hormon- und Immunsystem beeinflussen sich wechselseitig - hierfür liefert die Psychoneuroimmunologie (PNI) inzwischen zahlreiche Belege. Aber auch die Psyche und das soziale Umfeld wirken entscheidend auf die Immunaktivität ein. Wir sind soziale Wesen. Fehlende soziale Kontakte, aber auch Existenzängste, belasten die Psyche nachhaltig. Für Christian Schubert, Professor für Medizinische Psychologie und Psychotherapie an der Medizinischen Universität Innsbruck, belegen die Forschungen auf dem Gebiet der Psychoneuroimmunologie, dass negative psychosoziale Faktoren wie beispielsweise mangelnde bzw. konflikthafte Beziehungen das Immunsystem schwächen. Ein Dilemma gerade jetzt während der laufenden COVID-19-Pandemie, wo Social Distancing verständlicherweise zu den Grundmaßnahmen zur Viruseindämmung gehört, wir stärkende Kontakte jedoch umso dringender benötigen würden. NATUR & HEILEN sprach mit dem Arzt, Psychologen und Psychotherapeuten, der seit 25 Jahren zu den Wechselwirkungen von Psyche, Gehirn und Immunsystem forscht, über die Folgen der wochenlangen Lockdowns und Kontaktreduzierungen.

 INTERVIEW MIT PROF. DR. DR. CHRISTIAN SCHUBERT

Professor Schubert, bevor wir auf das gesundheitliche Potenzial sozialer Beziehungen zu sprechen kommen, würde ich Sie bitten, Ihr Wissenschaftsgebiet, die Psychoneuroimmunologie, zu erklären.

Die Psychoneuroimmunologie untersucht die Einflüsse der Psyche auf die Physis, etwa inwiefern psychisch belastende oder stärkende Situationen neuronale und hormonelle Prozesse beeinflussen, welche wiederum die körpereigenen Abwehrmechanismen steuern. Wir können ziemlich genau zeigen, wie beispielsweise ein freudiges Ereignis die Immunabwehr verbessert, ergo zu mehr Gesundheit führt, und wie massiv negative Ereignisse auf der anderen Seite die Immunfunktionen beeinträchtigen und letztlich Krankheiten hervorrufen. Auch Infektionen mit Viren wie SARS-CoV-2 oder Influenzaviren werden durch chronische psychische Belastung begünstigt. Unsere Forschung zeigt ganz klar, dass alles, was das psychische Befinden eines Menschen beeinflusst, auch seine Immunreaktionen beeinflusst.

 

• Den vollständigen Beitrag können Sie im Märzheft 2021 lesen.

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