Der Strophantin-Skandal – Das verdrängte Herzmittel

Kein anderes Herzmittel wurde in Deutschland so erfolgreich eingesetzt wie Strophanthin. Bis in die 1980er-Jahre rettete es zahlreichen herzkranken Menschen das Leben. Das Mittel galt als "Milch für die alten Leute", denn die Substanz aus der milchsaftführenden Schlingpflanze Strophanthus stärkte das altersschwache Herz und zeigte eine überragende Wirkung bei Angina-Pectoris-Beschwerden und Herzinfarkt - und das ohne besonders teuer zu sein oder gar Nebenwirkungen zu haben. Doch trotz seiner überragenden therapeutischen Erfolge verschwand Strophanthin aufgrund von Marktinteressen großer Pharmaunternehmen aus dem medizinischen Alltag. Heute wenden nur noch vereinzelt aufgeschlossene Ärzte das lebensrettende Herzmittel an. Zeit für eine Rehabilitierung des potenten Wirkstoffs.

 Strophanthus ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Hundsgiftgewächse. Ihr Inhaltsstoff Strophanthin gehört zu den wichtigsten herzwirksamen Substanzen - den Herzglykosiden. Hierbei handelt es sich um Naturstoffe, die in verschiedenen Pflanzen- und Tierarten vorkommen und in der Lage sind, positiv auf das Herz einzuwirken, indem sie dessen Schlagkraft erhöhen (positiv inotrop) und die Herzfrequenz senken (negativ chronotrop). Allen Glykosiden ist gemein, dass sie giftig sind, da sie Pflanzen und Tieren als Abwehrstoffe gegen Fressfeinde dienen. In der richtigen Dosierung jedoch entfalten sie ihr heilsames Potenzial.

 

• Den vollständigen Beitrag können Sie im Aprilheft 2020 lesen.

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