Die Vermüllung der Meere

Der Zivilisationsmüll aus Plastik, der weltweit in den Ozeanen treibt, stellt uns vor ein Umweltproblem gigantischen Ausmaßes. Allein im Nordostpazifik liegt ein geschlossener Müllteppich, der mittlerweile die Größe Mitteleuropas erreicht hat. Doch Lösungen für die laut den Vereinten Nationen „größte Umweltzerstörung der Ozeane“ sind in weiter Ferne.

Wer schon einmal Ferien an der Nord- oder Ostseeküste verbracht hat, kennt den Missstand, dass das Meer jeden Tag an den Strand mehr oder weniger große Mengen an Plastikmaterialien aller Art anschwemmt. Ob ausgediente Plastikstühle, Plastikkisten, Sandalen, Folien, Flaschen, Kanister, Netze oder Netzteile, Stricke und vieles andere aus Kunststoff, man findet dort alles Mögliche, was die Kunststoffindustrie weltweit hergestellt hat. Dieser unschöne Müll stammt vielfach von Schiffen, deren Besatzung das Material achtlos und entgegen strenger internationaler Vorschriften einfach über Bord entsorgt hat, mit der Einstellung – ex und hopp, nach mir die Sintflut, das Meer ist unendlich groß. Aber sie sind nicht die alleinigen Verursacher des massiven Umweltproblems. 6,4 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle landen jedes Jahr in den Weltmeeren. Die Politik hat dieses Problem bisher sträflich vernachlässigt und schützt mit Vorzug die Plastikindustrie.

 

 

Plastik-Zeitalter

Wir modernen Menschen sind Kinder des Plastikzeitalters: vom Babyschnuller bis zur Trockenhaube, von der Quietsche-Ente bis zum Auto, von der Kunststoffflasche bis zum Lockenwickler – Plastik gibt es praktisch überall. Die Menge an Kunststoffen, die wir seit Beginn des Kunststoffzeitalters produziert haben, reicht aus, um unseren gesamten Globus gut sechsmal in Plastikfolie einzupacken! Allein in Europa werden Jahr für Jahr etwa 60 Millionen Tonnen Plastik produziert, weltweit mehr als 250 Millionen Tonnen. In den sieben Weltmeeren findet man inzwischen sechsmal mehr Plastik als Plankton, und selbst in unserem Blut ist Plastik in winzigen Mengen nachweisbar. Ganz selbstverständlich werden die meisten Kunststoffprodukte nach einmaligem Gebrauch entsorgt, d. h. weggeworfen, insbesondere Verpackungen für Lebensmittel und Getränke. Die Kunststoffindustrie macht 800 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr. Eine Million Menschen verdient in Europa ihr tägliches Brot unmittelbar mit Plastik. Jeder Industriezweig ist heute auf Kunststoff angewiesen, es ist ein glänzendes Geschäft.

 

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