Für eine Sache brennen

Ohne Leidenschaft ist das Leben wie lauwarme Suppe. Leidenschaft ist Lebensfreude pur. Sie ist das, was uns alle antreibt. Ohne dieses Brennen, diese Begeisterung, würden wir unser Leben tatenlos an uns vorbeiziehen lassen.

Leidenschaft ist Wildheit. Und Wildheit ist Lebensfreude pur. Doch wo ist die echte Leidenschaft in unserer zivilisierten Welt geblieben? Der Verlust der Lebensfreude ist Symptom einer Volkskrankheit. In Expertenkreisen trägt sie den Namen Anhedonie, was aus dem Griechischen übersetzt „Unlust“ bedeutet. Betroffen ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern – zumindest zeitweise – jeder vierte Mann und jede dritte Frau ab 35. Die Symptome sind ständige Verzagtheit oder allgemeine Niedergeschlagenheit – Befindlichkeitsstörungen also, die schon fast als Vorstufe einer Depression bezeichnet werden können. Als Hauptursache gelten Stress, falsche Ernährung, zu wenig Schlaf- und Ruhepausen. In den USA nimmt man diesen Zustand inzwischen als Krankheit durchaus ernst. „Von der Anhedonie bis zu Lebensüberdruss oder Depressionen ist es oft nur ein kleiner Schritt“, erklärt Dr. Lynne S. Condoli, Psychobiologin und Spezialistin für Verhaltensstörungen am National Institute of Health in Bethesda (Maryland). Sie empfiehlt: „Deshalb sollten betroffene Personen Warnsymptomen Beachtung schenken, wie etwa chronischer Müdigkeit, ständiger innerer Unruhe, Lustlosigkeit oder Pessimismus. Wer morgens nicht optimistisch aus dem Bett steigt, bei dem mangelt es bereits an der körpereigenen Synthese stimmungsaufhellender Neurotransmitter.“

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