Gicht - Wenn’s plötzlich wehtut

Gerade, wenn es besonders schön war – nach einem ausschweifenden Fest mit vielen Fleischgerichten und Alkohol beispielsweise – macht sie sich gerne anfallsartig bemerkbar: die Gicht. Eine Wohlstandskrankheit par excellence hat die Gelenke des Betroffenen dann fest in ihrem schmerzhaften Griff.

Noch in der Nachkriegszeit war die Gicht relativ selten, denn sie hängt eng mit dem Ess- und Trinkverhalten unserer Überflussgesellschaft zusammen und ist deshalb erst in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt, wenn es um Gelenk- und Muskelschmerzen geht. Die Gicht, wissenschaftlich Arthritis urica genannt, ist eine Form von Arthritis und  immer die Folge eines erhöhten Harnsäurespiegels im Blut. Mittlerweile weisen etwa 20 Prozent aller Menschen in den Industrieländern erhöhte Harnsäurewerte auf. Man spricht dann von einer sogenannten Hyperurikämie, wenn die Werte über 6,4 mg/dl im Blutserum liegen. Glücklicherweise bleiben diese Werte oft symptomlos, eine erkennbare Gicht haben „nur“ etwa ein bis zwei Prozent aller Erwachsenen, wobei das Verhältnis von Männern zu Frauen bei neun zu eins liegt. Frauen sind aufgrund der schützenden Wirkung der Östrogene weitaus weniger betroffen, das Erkrankungsrisiko steigt allerdings mit dem Einsetzen der Menopause bzw. mit der dann verminderten Östrogenproduktion. Das Risiko, einen sehr schmerzhaften Gichtanfall mit starkem Krankheitsgefühl zu erleiden, steigt mit zunehmender Höhe des Harnsäurewertes (etwa ab 9 mg/dl).

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