Heilen und Menschenkenntnis

Wir sollten wieder zu einer Medizin kommen, die den Menschen  sieht und nicht die Kosten – eine, die dem Patienten mit dessen Körper,  Geist und Seele zugewandt ist und seine Einzigartigkeit erkennt.  Dafür plädiert der Arzt Dietrich Grönemeyer, der bis 2012 Lehrstuhlinhaber für Radiologie und Mikrotherapie an der Universität Witten/Herdecke war.

 Vor einiger Zeit bin ich auf einen Text gestoßen, der mich sehr fasziniert hat. Hintergrund ist das Russland des 19. Jahrhunderts – und doch illustriert dieser Text etwas Zeitloses. Leo Tolstoj schildert in „Krieg und Frieden“ eine Szene, nachdem Fürst Andrej
 eine schreckliche Verwundung im Kampf davongetragen hatte: „Der Arzt beugte sich tief über die Wunde, untersuchte sie und seufzte schwer. Dann gab er jemandem ein Zeichen. Und nun ließ ein quälender Schmerz im Inneren des Leibes Fürst Andrej das Bewusstsein verlieren … als er wieder zu sich kam, waren die zerschmetterten Hüftknochen entfernt, die Fleischfetzen weggeschnitten und die Wunde verbunden. Man besprengte sein Gesicht mit Wasser. Als er die Augen wieder aufschlug, beugte sich der Arzt über ihn, küsste ihn schweigend und entfernte sich eilig.“

 

• Den vollständigen Beitrag können Sie im Oktoberheft 2019 lesen.

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