Histamin-Intoleranz – Die verkannte Stoffwechselstörung

Einmal können Sie die Pizza gut vertragen, ein anderes Mal kommt es schon eine halbe Stunde später zu Bauchschmerzen und Durchfall? Mal entstehen Quaddeln und Juckreiz nach dem Verzehr eines Avocado-Aufstriches? Beim nächsten Mal können Sie ihn ohne Probleme genießen? Die Handvoll Nüsse kann zu geschwollenen Fingern führen oder ein Stück Hefekuchen zu plötzlicher Erschöpfung und Juckreiz am ganzen Körper? Die Symptome der Histaminose, der sogenannten Histamin-Intoleranz, sind geradezu mysteriös. Und oftmals müssen Betroffene eine jahrelange Ärzte-Odyssee durchmachen, bevor sie schließlich Hilfe erhalten.

 Histamin ist nicht nur in verschiedenen Lebensmitteln enthalten – es ist gleichzeitig ein körpereigener Botenstoff, der erstmals um 1910 pharmakologisch beschrieben wurde. Im Körper wird Histamin durch enzymatische Prozesse aus der Aminosäure Histidin gebildet und bei bestimmten Reizen im Körper freigesetzt. Ein gesunder Körper baut das Histamin schnell genug ab, sodass es nicht zu Beschwerden führen kann. In manchen Fällen übersteigt das Histamin jedoch die Toleranzschwelle des Körpers, sodass der Histaminspiegel im Körper weit vom Idealbereich abweicht. Wird unser System derart mit Histamin überschwemmt, reagiert der Körper mit Symptomen auf körperlicher oder auch geistiger Ebene – dieser Prozess wird medizinisch Histaminose genannt. Es können sich Beschwerden von Unwohlsein über Kopfschmerz, Quaddelbildung, Hautrötungen, Juckreiz bis hin zu Magen-Darm-Problemen entwickeln. Diese Symptomatik ähnelt der einer Allergie, bei der eine starke Histamin-Ausschüttung für die Beschwerden verantwortlich ist. Eine Histaminose ist streng genommen jedoch keine Allergie, da die typischen Allergiewerte im Blut fehlen.

 

• Den vollständigen Beitrag können Sie im Juniheft 2021 lesen.

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