Hypericum perforatum – Nervenstärkung in Krisenzeiten

Eine Heilpflanze, die Sonnenlicht in Nervenkraft verwandelt: Gerade in Zeiten der anhaltenden Corona-Pandemie kann Johanniskraut unsere Nerven beruhigen, Ängste lindern und die Psyche stabilisieren – und das im Vergleich mit chemisch-synthetischen Antidepressiva praktisch ohne Nebenwirkungen.

 Die Sommersonnenwende am 21. Juni ist überall auf der Nordhalbkugel unseres Planeten ein bedeutsames Datum, denn um diese Zeit sind die Tage am längsten und das Licht am intensivsten. In der zweiten Junihälfte blüht auch die Heilpflanze Johanniskraut (Hypericum perforatum), deren Name sich vom Namenstag Johannes des Täufers am 24. Juni ableitet. Die Blütezeit kann sich bis in den September hinziehen. Es gibt nur wenige Pflanzen, deren goldgelbe Blüten eine so bemerkenswerte Ausprägung haben wie die des Johanniskrauts. Von oben betrachtet sehen sie aus wie kleine Sonnen. Die Pflanze scheint die Helligkeit der sonnenreichsten Tage des Jahres regelrecht in sich aufzusaugen und diese Überfülle an Licht mit ihren zahlreichen Staubfäden und Staubbeuteln strahlenartig und mit sprühenden Funken an die Umgebung abzugeben. Doch es gibt noch mehr zu beobachten: Johanniskrautblüten haben, ähnlich wie kleine Windräder, einen Drehsinn. Betrachtet man die Gesamtheit der Blüten, findet man in gleicher Anzahl links- wie rechtsdrehende Blüten. Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise haben alle Blüten einer Pflanze entweder einen nur nach rechts oder nur nach links gerichteten Drehsinn. Die weitgehend gleiche Anzahl von nach rechts und nach links drehenden Blüten ist ein Sinnbild für die große Ausgewogenheit der Pflanze. Betrachtet man die kleinen grünen Blätter im Gegenlicht, fällt auf, dass sie wie durchlöchert (lateinisch: perforatum) wirken. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um echte Löcher, sondern um die durchscheinenden Zellen von Exkretbehältern, die eine helle Flüssigkeit aus Öl und Harz enthalten. Dennoch wirkt die Pflanze wie mit Stichen durchbohrt und irgendwie verletzt. Zwischen der äußeren Gestalt und der seit Jahrhunderten bekannten Heilwirkung von Johanniskraut gibt es bemerkenswerte Parallelen: So ist das auch als „Arnika der Nerven“ bezeichnete Johanniskraut ein kraftvolles Heilmittel für die Erholung von Seele, Nerven und Haut, wenn diese eine Verletzung erfahren haben.

 

• Den vollständigen Beitrag können Sie im Novemberheft 2020 lesen.

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