Kartoffelraritäten – Alte Sorten neu entdecken

Einst fand die Kartoffel durch spanische Eroberer ihren Weg nach Europa. Doch viele der frühen Sorten sind mittlerweile durch die industrielle Landwirtschaft verdrängt worden. Dabei sind es gerade die alten, naturbelassenen Kartoffeln, die das volle gesundheitliche Potenzial in sich tragen und auch bei vielen Krankheitsbildern helfen. Warum also nicht selbst zum Hobbygärtner werden und alte Sorten kultivieren?

 Die Situation in der Landwirtschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten drastisch geändert. Früher galt vor allem der Bauer als Garant für eine ausreichende und gesunde Ernährung. Für ihn war es selbstverständlich, Gemüsesorten selbst zu vermehren, und er besaß seine eigenen widerstandfähigen, an Boden und Klima angepassten Sorten. Damit hatten die Bauern einen autarken nachhaltigen Weg der Saatgutgewinnung, der ihr Auskommen sicherte und die Bevölkerung ernährte. Jede Kartoffel, die sie in der Hand hielten, war das Schlussglied einer jahrtausendealten Kette von Nutzen, Vermehrung und Züchtung. Heute sieht das anders aus. Hoch spezialisierte Züchtungsmethoden wie die Hybridzüchtung oder die gentechnische Veränderung von Kulturpflanzen haben die traditionelle Kette unterbrochen. Mittlerweile dominieren nur noch wenige Kartoffelsorten den Markt. Etwa 80 Prozent der ehemaligen Sortenvielfalt sind vom Markt verschwunden. Und was in der amtlichen EG-Sortenliste nicht aufgeführt ist, darf laut Saatgutverkehrsgesetz bzw. Sortenschutzgesetz nicht neu in den Verkehr gebracht werden. Eine eigenständige naturgemäße Kreislaufwirtschaft, die Bauern und Bevölkerung ernährt, ist daher heute kaum noch möglich und mehr und mehr durch industrielle Massenproduktion ersetzt worden. 

 

•    Den vollständigen Beitrag können Sie im Aprilheft 2017 lesen.

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