Kräuter-Verreibungen – Süße Medizin für die Hausapotheke

Die Verreibung von Kräutern mit Milchzucker gehört zu den Schätzen der Volksheilkunde. Sie ist so einfach in der Herstellung wie heilsam in ihrer Wirkung. Nur wenige Handgriffe sind nötig für diese Art der Arzneimittelzubereitung: Man verreibt Milchzucker zu gleichen Teilen mit frischen Heilpflanzen seiner Wahl und trocknet diese Mischung schonend zu Pulver. So erhält man eine Naturmedizin ersten Ranges und sorgt auf süße Art für die Gesundheit von Freunden und Familie.

Wie singt doch Mary Poppins im gleichnamigen Musical so treffend: „Wenn ein Löffelchen voll Zucker bittre Medizin versüßt … rutscht sie gleich noch mal so gut.“ Wusste das pfiffige Kindermädchen vielleicht auch um die Wirkkraft und Attraktivität von Milchzucker-Verreibungen?

Das Besondere an Verreibungen (Triturationen) von Kräutern ist, dass man damit die Möglichkeit hat, die volle Heilkraft von frischen Pflanzen ganz ohne Alkohol zu konservieren. Man nutzt damit die Heilpflanze in ihrer Gesamtheit. Frische Pflanzen übertreffen oftmals die Heilkraft getrockneter Drogen.

Bereits in einem Kräuterbuch aus dem Jahre 1588, verfasst von Jakobus Tabernaemontanus (1522–1590), Arzt und einer der bedeutendsten Botaniker des 16. Jahrhunderts, findet sich das Rezept für einen sogenannten „Sinnau-Zucker“ (Sinnau = Frauenmantel (Alchemilla vulgaris). Diese Kräuter-Verreibung gilt als eine der ersten dokumentierten Zuckerverreibungen in der Geschichte der Arzneimittelherstellung.

 

•    Den vollständigen Beitrag können Sie im Augustheft 2014 lesen.

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