Mikroimmuntherapie – Regulierung der Immunabwehr

Bei chronischen Krankheiten, Autoimmunerkrankungen oder Krebsgeschehen ist unser Immunsystem aus dem Gleichgewicht geraten und kann nicht mehr angemessen reagieren. Das ist der Punkt, an dem die Mikroimmuntherapie ansetzt: Sie unterstützt das Immunsystem dort, wo es in der Auseinandersetzung mit der Erkrankung überfordert ist. Mithilfe von niedrig dosierten Immunbotenstoffen greift sie regulierend in die feine Kommunikation unseres sensiblen Abwehrsystems ein und fördert eine angemessene Reaktionsweise – mit erstaunlichen Erfolgen bei einem breiten Anwendungsspektrum: von Allergien über Infektionen bis hin zu neurologischen Erkrankungen oder Depressionen.

 Unsere Gesundheit basiert auf einem hochkomplexen Abwehrmechanismus, der Krankheitserreger und fremde Stoffe sofort erkennt, erfolgreich bekämpft und sich beim nächsten Mal auch wieder daran erinnert – unser Immunsystem. Gerät dieses sensible System aus dem Takt, kommt die Gesundheit ins Wanken und wir werden krank. In den letzten 50 Jahren ist in der Immunologie viel geforscht worden und man weiß mittlerweile, dass etwa 90 % aller Erkrankungen mit einem schwachen, überreagierenden oder irgendwie fehlgeleiteten Abwehrsystem in Zusammenhang stehen. Nur wenn die Kommunikation zwischen allen Strukturen, Geweben, Organen oder Flüssigkeiten im Körper sowie unseren Immunzellen angemessen funktioniert, ist die Immunantwort des Körpers auf Eindringlinge sowie entartete Zellen erfolgreich. In diesem Kontext hatte der belgische Arzt Dr. Maurice Jenaer schon in den 1960er-Jahren erkannt, wie wichtig es ist, das Immunsystem in eine effiziente Behandlungsstrategie miteinzubeziehen. Zunächst begann der Begründer der Mikroimmuntherapie 1967 damit, seine Krebspatienten mit stark verdünnten Nukleinsäuren (DNA und RNA) zu behandeln, um deren Abwehrsystem zu stärken – mit nachweisbarem Erfolg. In den 1970er-Jahren begann man dann in der Immunologie mit der Entdeckung und Erforschung von Immunbotenstoffen, wie etwa der Zytokine – und der Arzt setzte diese Botenstoffe ebenfalls hoch verdünnt und mit positiver Wirkung ein. Fortan wurde dieser Ansatz der Immuntherapie mit niedrig dosierten Immunbotenstoffen „Mikroimmuntherapie“ genannt. Die Einnahme dieser Botenstoffe in niedriger Dosierung unter der Zunge (sublingual) ließ auf einmal ein ungeahntes therapeutisches Potenzial mit optimaler Verträglichkeit erahnen.

 

• Den vollständigen Beitrag können Sie im Augustheft 2020 lesen.

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