Ohne Zuwendung ist alles nichts

Heilung ist nicht allein auf erfolgreiche Anwendungen zurückzuführen. In ihrem Zentrum steht die Begegnung zwischen zwei Menschen: dem Arzt bzw. der Pflegekraft und dem Kranken. Durch die bewusste und fürsorgliche Zuwendung fühlt sich der Patient in seiner Not wahrgenommen und wertgeschätzt.

 Der Patient kommt von irgendwoher und wird seinen Weg weitergehen, und für eine bestimmte Zeit gehen wir mit ihm ein Bündnis ein. Und doch kennt jeder das Gefühl, dass man einen Menschen trifft, mit ihm spricht und hinterher realisiert, dass man ihm nicht wirklich begegnet ist. Wovon hängt das ab? Zu einer Begegnung kommt es dann, wenn der andere in dem Moment, wo wir seiner gewahr werden, zu einer Gegenwart wird, die den gewohnten Gang der Dinge ins Stocken bringt. Begegnung evoziert ein Innehalten, sie setzt das Gewohnheitsmäßige außer Kraft und lässt den Fluss der Routine für einen Moment stillstehen. Es ist nicht primär der Hilferuf des anderen, der mich innehalten lässt; angesprochen werde ich zunächst allein durch sein schlichtes „Da bin ich“ – und erst in einem zweiten Schritt erfolgt die Reaktion auf seinen Ruf, seine Erwartung, seine Bitte.

 

• Den vollständigen Beitrag können Sie im Juniheft 2021 lesen.

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