Safran – Das heilende Gewürz aus 1001 Nacht

Was wären Gerichte wie Bouillabaisse, Risotto alla milanese oder Paella ohne das typische Goldgelb des Safrans? Seine farbenfrohen Fäden überraschen aber auch in der Naturheilkunde, denn Gesundheit und Wohlbefinden profitieren immens von seinen rund 300 unterschiedlichen Inhaltsstoffen. Sie gelten als kräftigend, herzstärkend und anregend. Und, vielleicht noch wichtiger: Mit diesem Edelgewürz hält die Freude wieder in das Leben Einzug.

 Der römische Kaiser Nero (37–68) feierte seine Triumphe, indem er auf den Straßen der Hauptstadt Rom wertvollen Safran verstreuen ließ. Durchaus verschwenderisch möchte man meinen, wenn man bedenkt, dass es sich schon damals um das teuerste Gewürz der Welt handelte. Dabei gibt es wohl kaum ein Leiden, gegen das nicht irgendwann einmal in der Menschheitsgeschichte auch Safran eingesetzt worden wäre. Plinius der Ältere, römischer Gelehrter im ersten Jahrhundert nach Christus, soll bei Herzschwäche, Gelbsucht, bei Lungenerkrankungen, Nieren-, Leber- und Blasenleiden zu Safran geraten haben. Das kostbare Gut gelangte über die damaligen Handelswege aus dem Vorderen Orient – insbesondere aus dem ehemaligen Persien – nach Griechenland und ins Römische Reich.

Nach dessen Zerfall schwand zunächst das Interesse für Safran. Erst im Mittelalter besann man sich erneut auf seine Wirkung – allerdings weniger aufgrund seiner heilsamen Inhaltsstoffe, sondern weil damals mit bestimmten Farben bestimmte Wirkungen in Verbindung gebracht wurden. Mit dem Verzehr von goldgelben Speisen etwa sicherte man sich anhaltendes Glück und Wohlbefinden. Später baute man vereinzelt auch in Europa Safran an – in Griechenland und Spanien, gefolgt von Italien und Südfrankreich. Sogar in der Schweiz, genauer gesagt im Walliser Bergdorf Mund, wird das faszinierende Gewürz seit dem 15. Jahrhundert in Familienbetrieben auf 1200 Metern Höhe kultiviert.

 

•    Den vollständigen Beitrag können Sie im Dezemberheft 2016 lesen.

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