Schreiben als Ventil – Autobiografie einer ALS-Patientin

Susanne Geeler ist 57 Jahre alt, als sie erfährt, dass sie an Amyotropher Lateralsklerose (ALS), einer schwer verlaufenden unheilbaren Erkrankung des zentralen Nervensystems leidet. Die Diagnose trifft sie wie ein Schock. Doch dann entdeckt sie etwas, das ihr hilft mit ihrem schweren Schicksal fertig zu werden. Susanne Geeler fängt an zu schreiben. Ihre ganz persönliche Geschichte in Worte zu fassen, gibt ihr ungeahnte Kraft. Die alltäglichen Erlebnisse und Gedanken zu notieren, spendet ihr Trost und hilft ihr, die Krankheit besser zu ertragen.

NATUR & HEILEN berichtete in der Juli-Ausgabe, wie wertvoll Biografie-Arbeit sein kann. Die Geschichte von Susanne Geeler bestätigt dies besonders eindrücklich und berührend.

Als der Wendepunkt in mein Leben trat, habe ich eine tief in mir schlummernde Gabe entdeckt: Geschichten erzählen. Schicksale müssen ertragen werden, manchmal verdrängt in die hinterste Ecke. Hingegen hilft das Erzählen, dem Schicksal ein bisschen das Bittere zu nehmen und es – von Licht beschienen – wieder erträglicher zu machen. Ich weiß nicht, wohin mich meine Geschichte führen wird, so wie das Leben auch. Wer weiß schon, wo sein Lebensweg hinführt? Welche Weggabelung ist schicksalsbestimmend, welchen Wegweiser habe ich beachtet, oder bin ich mit Scheuklappen eiligen Schrittes daran vorbeigezogen? Und wo wäre ich gerne zurück, hätte meinen Weg nochmals sorgfältig geprüft, mich vielleicht anders entschieden und kann es nun doch nicht? So lasse ich mich treiben – ich weiß inzwischen nur allzu gut, dass ein Zurück einem häufig verwehrt ist.

 

• Den vollständigen Beitrag können Sie im Novemberheft 2017 lesen.

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