Spagyrische Pflanzentinkturen – Alchemistische Veredelung von Heilpflanzen

Die Herstellung einer spagyrischen Tinktur, die in vielen Schritten Pflanzenteile trennt und wiedervereint, ist eine seit Paracelsus bekannte alchemistische Tradition, der ein komplexes Naturverständnis zugrunde liegt. Aus dem uralten Wissen über die philosophischen Prinzipien, ihr Zusammenspiel und das heilende Wesen der Pflanzen ergibt sich bis heute eine tiefe Naturerkenntnis – und nicht zuletzt hochwirksame spagyrische Tinkturen.

 Wollen wir die heilsamen Kräfte einer Pflanze gewinnen, können wir vielfältig vorgehen. Die einfachste Weise ist der Verzehr der frischen Pflanzen oder ihrer Teile. Manche Heilpflanzen wie Malve, Eibisch oder Mistel werden eine Zeit lang ins kalte Wasser gelegt, wodurch sich wichtige Stoffe lösen – in diesem Fall z. B. die heilsamen Schleimstoffe. Eine uns sehr vertraute Form der Anwendung ist der Tee oder genauer: der Aufguss. Dabei werden die frischen oder getrockneten Pflanzen(teile) mit kochendem oder heißem Wasser überbrüht und ein paar Minuten ausgezogen. Hierbei gehen verschiedene pflanzliche Wirkstoffe rasch ins Wasser über. Die wasserunlöslichen Substanzen jedoch werden wenig oder kaum gelöst. Eine Tinktur hingegen ist ein Wasser-Alkohol-Gemisch – und kann durch diese Kombination beides: Sie löst sowohl die wasser- als auch die wasserunlöslichen Wirkstoffe aus den Pflanzen. Die Kunst der Herstellung einer spagyrischen Tinktur geht noch weit über einen einfachen Pflanzenauszug hinaus: In einem aufwendigen Verfahren mit vielen Arbeitsschritten erhält man eine Arznei, die auf allen Ebenen des Menschseins heilt.

 

• Den vollständigen Beitrag können Sie im Aprilheft 2021 lesen.

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