Wir sind der Wandel

In Zeiten sich häufender Katastrophen, wie jetzt der atomare Unfall in Japan, gerät unser auf Sicherheit basiertes Denken ins Wanken. Nichts ist mehr wie vorher. Jeder von uns ist aufgerufen, dem Strom der Veränderung zu folgen und sich seiner eigenen Teilnahme am Wandel der Welt bewusst zu werden.

In der Ära der Zivilisation wurde der Mensch zum rücksichtslosen Beherrscher der Natur. Tiefe Löcher hat seine Anmaßung gerissen, nicht nur in die Umwelt, in unser aller Leben. Löcher, die zum großen Teil nicht mehr gestopft werden können, weil es davon inzwischen zu viele gibt. Ist das eine geschlossen, tut sich bereits das nächste auf. Jetzt heißt es aufwachen. Es bleiben nur noch ein paar Jahre, um den Abwärtstrend umzukehren. Wir werden damit Schluss machen müssen, uns nicht zuständig zu fühlen. Wir werden uns den ökologischen und existenziellen Fragen stellen und unseren Blick auf die Welt ändern müssen. Wir haben keine Wahl.

Dass wir gegenwärtig eine Phase der Umwälzung erleben, ist inzwischen hinreichend bekannt. Aber nur die wenigsten sind sich über deren wirkliche Tragweite im Klaren. Tatsächlich befinden wir uns inmitten eines epochalen Wandels. Unsere Welt erfährt eine vollständige Umgestaltung. Eine globale Kultur ist im Entstehen begriffen, in der die unterschiedlichsten gesellschaftlichen und weltanschaulichen Systeme aufeinanderprallen. Traditionen, Überzeugungen, Werte, Sitten und Bräuche relativieren sich. Altgewohnte Strukturen erweisen sich zunehmend als einschränkend und schreien nach Erneuerung. Erstmals in der Menschheitsgeschichte steht uns das geistige Erbe aus allen ethnographischen Räumen und Kulturepochen zur Verfügung – frei zugänglich für jedermann. Der ungehinderte Austausch von Informationen hat zu rasanten Entwicklungen in Wissenschaft und Technik geführt. Dabei kam es zu solch einer Beschleunigung des soziokulturellen und wirtschaftlichen Wachstumsprozesses, dass dieser schließlich ausuferte. Die Verhältnisse auf der Erde sind ungesund geworden, lebensfeindlich. Sie sind aus der Balance geraten.

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