Zucker – der bittersüße Krankmacher

Rund 34 kg Zucker konsumiert jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr – das entspricht mehr als 22 Teelöffel täglich. Der süße Energieträger findet sich dabei nicht nur in Süßigkeiten und Backwaren, sondern versteckt sich auch in vielen herzhaften Fertigprodukten wie Pizza und Ketchup. Doch was unserem Geschmackssinn schmeichelt, ist für unsere Gesundheit pures Gift. Zucker, insbesondere industriell zugesetzter Fruchtzucker, begünstigt eine Vielzahl gesundheitlicher Beschwerden – von Fettleibigkeit über Diabetes bis hin zu Krebs.

 Noch bevor wir hören oder sehen, schmecken wir. Bereits über das Fruchtwasser im Mutterleib nehmen wir erste Geschmackserlebnisse wahr – und der Geschmack nach Süßem wird dabei von Anfang an favorisiert. Dies liegt in der Natur der Sache, denn süß ist ein sicherer Hinweis auf ein nahrhaftes Lebensmittel. Die erste Muttermilch etwa, die ein gestilltes Baby bekommt – das süße Kolostrum – enthält mehr als 200 komplexe Zuckermoleküle, die Oligosaccharide, die für den Aufbau der Darmflora und das Immunsystem wichtig sind. Unser angeborenes Verlangen nach Süßem bleibt dabei ein Leben lang bestehen – und die komprimierteste Form von „süß“ findet sich im Haushaltszucker. Doch während Rohrzucker in früheren Zeiten als süße Köstlichkeit nur hochgestellten Personen und wohlhabenden Bürgern vorbehalten war, änderte sich dies Mitte des 18. Jahrhunderts, als das teuer importierte Zuckerrohr in Europa Konkurrenz durch die heimische Zuckerrübe bekam. Fortan wurde das süße Geschmackserlebnis als sogenannter Rübenzucker auch für die „unteren“ Schichten erschwinglich – und entwickelte sich allmählich zum alltäglichen Bedarfsgut.

 

• Den vollständigen Beitrag können Sie im Septemberheft 2020 lesen.

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