Zwei Krankheiten – eine Ursache: Der aktive Weg aus Diabetes und Depression

Die beiden Erkrankungen hängen enger zusammen, als man bisher annahm. Neueste Erkenntnisse zeigen: Sie bedingen einander nicht nur, sie haben auch dieselben Ursachen.

 Kopf und Bauch scheinen oft unendlich weit voneinander entfernt. Fast so sehr wie Körper und Seele. Lange blieb daher unbeachtet, dass es eine Verbindung geben könnte zwischen einer physischen Erkrankung wie Diabetes, also „Zucker“, und einer psychischen Störung wie Depression. Doch die Hinweise darauf mehren sich so sehr, dass die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) Ende 2017 warnte: „Depressionen bei Patienten mit Diabetes stellen ein massives und bislang unterschätztes Problem dar.“ Die Fakten sind eindrücklich: Rund 6,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden derzeit an Diabetes, zumeist am Typ II. Insgesamt ist das etwa jeder zwölfte Einwohner. 800.000 davon haben zugleich eine behandlungsbedürftige Depression entwickelt. Die seelische Störung, die vor allem Antrieb und Affekt beeinträchtigt – den Elan, seinen Alltag zu bewältigen und die Stimmungslage –, tritt damit bei Zuckerkranken doppelt so oft auf wie bei Gesunden. Mindestens, denn es gibt eine hohe Dunkelziffer, weil längst nicht jede Depression richtig erkannt wird.

„Es ist der Job des Hausarztes oder Diabetologen, darauf aufmerksam zu werden“, wie Prof. Dr. Bernhard Kulzer sagt, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Psychologie der DDG sowie Leitender Psychologe an der Diabetes-Klinik Bad Mergentheim. Hellhörig werden sollten sie, wenn ihre Patienten von Schlafstörungen berichten, Magenbeschwerden haben oder ein Reizdarmsyndrom, „nur wenige sprechen davon, depressiv zu sein.“ Um Betroffenen bessere Hilfe anbieten zu können, vermittelt die DDG seit kurzem unter www.diabetes-psychologie.de Kontakte zu „Fachpsychologen Diabetes (DDG)“.

 

• Den vollständigen Beitrag können Sie im Märzheft 2018 lesen.

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