Der aufstrebende Beruf der Dorfkümmerer
Immer mehr Gemeinden in Deutschland beschäftigen sogenannte Dorfkümmerer. Sie kommen überall dort ins Spiel, wo Nachbarn oder Verwandte nicht persönlich unterstützen können. Vor allem alleinstehende und in ihrer Mobilität eingeschränkte Seniorinnen und Senioren nehmen entsprechende Angebote gern an.
Von Wocheneinkäufen über Arzt-Fahrten bis hin zu einer Tasse Kaffee mit einem kleinen Plausch: Dorfkümmerer stehen all jenen zur Seite, die ansonsten durchs Raster fallen würden. Und gerade auf dem Land ist die Zahl hilfebedürftiger Menschen besonders groß – nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Ausdünnung an Infrastruktur wie Poststellen, Bankfilialen oder Supermärkten. Zudem lebt der Rest der Familie oft nicht mehr im selben Dorf. Dank ihrer unkomplizierten Hilfe werden Dorfkümmerer so zum Herzstück vieler ländlicher Gemeinden.
Neben der Versorgung der älteren Bewohner planen sie auch Veranstaltungen, die den generationsübergreifenden Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft stärken, darunter Erste-Hilfe-Kurse, Buchvorlesungen oder Gemeinschaftsgärtnern. Während einige Dorfkümmerer bei ihrer jeweiligen Gemeinde fest angestellt sind, engagieren sich andere im Ehrenamt für ihre Region. In manchen Bundesländern wie etwa Schleswig-Holstein gibt es mittlerweile auch koordinierte Netzwerke, z. B. www.dorfkuemmerer-sh.de.
© Natur & Heilen, Mai 2026
