Neue Gentechnik soll dereguliert werden
Nun ist passiert, was Verbraucherschutz-Verbände, Umweltorganisationen und Biolandwirte befürchtet hatten: Die Mitgliedstaaten der EU haben sich auf die Deregulierung neuer gentechnischer Verfahren geeinigt. Dies betrifft insbesondere Pflanzen, deren Erbgut mithilfe der Genschere CRIPR-Cas verändert worden ist.
Zwar sollen lediglich „geringfügige“ Erbgut-Veränderungen erlaubt sein, doch Umweltorganisationen bewerten entsprechende Eingriffe als alles andere als unbedenklich für Umwelt und Verbraucher. Dennoch sollen die an ihrem Genom veränderten Pflanzen künftig klassisch gezüchteten Pflanzen gleichgestellt werden – Risikoprüfung und Kennzeichnungspflicht entfallen somit. Konkret bedeutet dies, dass es für Verbraucher nicht mehr möglich sein wird, sich für oder gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel zu entscheiden.
Auch für die Bio-Landwirtschaft und Verbände, die bisher das Label „Ohne GenTechnik“ verwendet haben, bedeutet dies einen herben Rückschlag. Die unter den Mitgliedstaaten erzielte Einigung muss zwar im Frühjahr 2026 noch einmal in Rat und Parlament bestätigt werden – dies gilt jedoch (Stand März) als reine Formsache.
© Natur & Heilen, Mai 2026
