Norwegen verbietet Zucht von Turbo-Hühnern
Schnellwachsend und kostengünstig: Sogenannte Turbo-Hühner dominieren weltweit die Zucht von Masthühnern. Zusammengepfercht auf engstem Raum erreichen sie innerhalb von gerade einmal 30 Tagen ihr Schlachtgewicht. Jetzt plant Norwegen als erster Staat, die Zucht solcher Hochleistungshühner bis 2027 zu beenden und auf tierfreundlichere Rassen umzustellen – ein Schritt, der von Tierschützern rund um den Globus gefeiert wird.
Auch in Deutschland bestimmen Hochleistungshühner mit bis zu 90 % den Zuchtmarkt, speziell die Rassen Ross 308 und Cobb 500. Die Hühner wurden dabei so gezüchtet, dass sie besonders viel Fleisch ansetzen – vor allem im Oberschenkel- und Brustbereich. Das führt dazu, dass etliche Tiere unter der hohen Last ihres eigenen Körpergewichts zusammenbrechen und an schmerzhaften Deformationen, Knochenbrüchen und Stoffwechselstörungen leiden. Auch Herz und Lunge können mit dem schnellen Wachstum oft nicht mithalten, sodass viele der Hühner an vorzeitigem Herzversagen versterben.
Hinzu kommt: Turbo-Hühner werden fast immer auf engstem Raum gehalten. Dadurch wird das eigentlich natürliche Verhalten der Tiere wie Picken oder Scharren unterbunden – für die Hochleistungshühner eine zusätzliche Qual. Auch in Deutschland fordern Tierschützer nun vehement, dem norwegischen Beispiel rasch zu folgen und die hiesige Hühnerzucht auf langsam wachsende, dafür aber deutlich gesündere und tierfreundlichere Rassen umzustellen.
© Natur & Heilen, Juli 2026
