Schwarzer Pilz treibt Kreislaufwirtschaft voran

Wieder einmal ist es ein Mikroorganismus aus der Natur, der die Industriebranche verändern könnte: Dieses Mal ist es ein hefeähnlicher schwarzer Pilz, der in der Lage ist, industrielle Abfälle in nutzbare Materialien umzuwandeln.
Entdeckt haben diesen Mechanismus zwei Ingenieurstudiums-Absolventen, die jüngst ein eigenes Start-up in Jena ins Leben gerufen haben. Mit Biophelion wollen die beiden Gründer die Kreislaufwirtschaft in der Industrie vorantreiben und Abfälle oder wertlose Nebenprodukte in nützliche Rohstoffe zurückführen. Im Zentrum steht dabei die spezielle Fähigkeit des Pilzes, kohlenstoffhaltige Substanzgemische, wie sie beispielsweise bei der Herstellung von Papier, Zucker oder Bioethanol anfallen, in verschiedene Stoffe umzubauen: darunter ein Polyester, aus dem sich Verpackungen herstellen lassen, ein essbares Polymer, das schon heute in der Lebensmittelindustrie zum Einsatz kommt, sowie ein neuartiges Tensid, das für die Chemiebranche von Nutzen sein könnte.
Auf diese Weise könnte der Pilz künftig nicht nur dabei helfen, wertvolle industrielle Ausgangsstoffe zu kreieren, sondern gleichzeitig auch die Freisetzung von klimaschädlichem Kohlendioxid aus den bisher meist als Abfall entsorgten Industrie-Produkten verhindern. Finanziell und strategisch unterstützt wird das Start-up derzeit von der Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND, welche die Gründung neuer Hochtechnologie-Unternehmen in Deutschland fördert.
© Natur & Heilen, Januar 2026
