Übergewicht an künftige Generationen „übertragbar“

Dass Übergewicht familiär gehäuft auftritt, ist allgemein bekannt. Doch welcher Mechanismus sich hinter dem generationenübergreifenden Gewichtsproblem genau verbirgt, ist noch immer Gegenstand der Forschung.
Wissenschaftler der Universität Bonn konnten nun in einer im Fachmagazin Nature veröffentlichten Studie zeigen, dass es nicht nur, wie vielfach angenommen, eine Frage des ähnlichen Lebensstils ist. Vielmehr scheint der Grundstein für Fettleibigkeit bereits während der Embryonalentwicklung gelegt zu werden.
So gelang dem Forscherteam anhand von schwangeren, übergewichtigen Mäusen der Nachweis, dass durch die Stoffwechselprodukte der schwangeren Mütter die sogenannten Kupffer-Zellen ihres heranwachsenden Embryos umprogrammiert wurden. Bei diesen Zellen handelt es sich um wichtige Abwehrzellen des Immunsystems. Darüber hinaus instruieren sie auch die übrigen Zellen der Leber, ihre vielfältigen Aufgaben ordnungsgemäß zu verrichten. Nach der Umprogrammierung gaben sie nun jedoch die Anweisung, vermehrt Fette aufzunehmen. Im Ergebnis wurden auch die Jungtiere fettleibig – selbst dann, wenn sie gesund ernährt wurden.
Die Wissenschaftler vermuten, dass dieser Mechanismus auch beim Menschen greifen könnte. Das könnte u. a. erklären, warum die Nachkommen adipöser Mütter nicht nur vermehrt von Übergewicht, sondern auch von anderen Stoffwechselkrankheiten betroffen sind.
© Natur & Heilen, September 2025
