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Unbürokratische Hilfe für obdachlose Frauen

Eine bunte, geblümte Decke, Schuhe und persönliche Gegenstände sind auf dem Bürgersteig vor einer mit bunten Graffiti bedeckten Wand angeordnet, was auf einen behelfsmäßigen Schlafplatz für einen Obdachlosen hindeutet.

Die Gründe sind vielfältig und kommen oft aus heiterem Himmel: Jobverlust, die Trennung vom Lebens­partner oder auch eine schwere Erkrankung. Die Wohnungslosigkeit unter Frauen steigt stetig, auch wenn genaue Zahlen für Deutschland fehlen.

Housing First für Frauen ist ein Projekt des Sozialdienstes katholischer Frauen Berlin, das betroffenen Frauen unter die Arme greift und ihnen unbürokratisch eine Wohnung vermittelt. Der Ansatz Housing First stammt ursprünglich aus den USA und wird schon heute in vielen deutschen Städten umgesetzt (siehe NATUR & HEILEN 5/2024, Aktuelle Nachrichten).

Im Fokus der meisten Initiativen stehen dabei jedoch obdachlose Menschen auf der Straße. Dadurch fallen Frauen häufig noch immer durchs Raster, da sie im Gegensatz zu Männern nur selten unter Brücken oder auf Parkbänken zu finden sind. Frauen kämen im Notfall meist bei Freunden unter, weswegen auch von „verdeckter“ Wohnungslosigkeit gesprochen werde, so die Mitarbeitenden des Projekts.

Dennoch hätten viele von ihnen teils jahrelange Odysseen hinter sich – von Zimmern bei Bekannten über Notunterkünfte bis hin zu zwielichtigen Angeboten von Männern, die die Frauen teilweise auch sexuell ausnutzten. Leidtragende seien häufig auch die Kinder, denn schätzungsweise rund die Hälfte der Frauen sei alleinerziehend.

Dass ein eigenes Zuhause für obdachlos gewordene Frauen, egal ob mit oder ohne Kinder, der erste Schritt in ein neues Leben sein kann, davon sind die Berliner Sozialarbeiterinnen überzeugt. Eine eigene Wohnung wirke stabilisierend auf die Psyche und biete Schutz und Würde. Wer entsprechende Hilfe benötigt, kann sich vor Ort auf einer Warteliste registrieren lassen. Wird eine Wohnung frei, wird die Miete so lange übernommen, bis wieder ein eigenes Einkommen erzielt werden kann.

© Natur & Heilen, Januar 2026

 

 

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