Wald-Reallabore für den Wald der Zukunft

Dürreschäden, Borkenkäfer-Befall, Sturmbruch: Seit Jahren fallen immer mehr Fichtenbestände in Deutschland den veränderten klimatischen Bedingungen zum Opfer. Wie ein klimaresistenter, gesunder Wald der Zukunft aussehen könnte, gehört daher zu den meistdiskutierten Schlüsselproblemen in der Waldwirtschaft.
Seit Juni 2025 nun entstehen im Harz und in Niederbayern drei sogenannte Wald-Reallabore: repräsentative Flächen stark geschädigter Fichtenstandorte, auf denen in den nächsten drei Jahren nach einheitlichem Muster Daten und Erfahrungen gesammelt werden sollen, die dann mittels Fernerkundung, Künstlicher Intelligenz und weiterer Boden- und Standortdaten auf größere Waldflächen projiziert werden.
Eines der Wald-Reallabore wird dabei mehr oder weniger sich selbst überlassen, eine weitere Fläche klassisch wieder aufgeforstet und eine dritte mit Bäumen bepflanzt, die nach derzeitigem Stand besonders klimaresistent sind.
Koordiniert wird das Projekt vom Thünen-Institut für Waldökosysteme und vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, doch sollen auch zentrale Wald-Akteure aus der Praxis miteinbezogen werden. Ziel ist die Schaffung eines überregionalen Modells für neue Waldmanagement-Ansätze, mit denen der Klimaschutz in den Wäldern verbessert werden kann.
Die Wissenschaftler hoffen zudem darauf, dass dank der integrierten KI-Methoden aktuelle Veränderungen im Wald schneller erfasst werden und dadurch auch der künftige Zustand des Waldes dynamischer und verlässlicher projiziert werden kann.
© Natur & Heilen, Oktober 2025
