Auto-Klimaanlage: Pro oder contra?

Zur Reinigung unserer Auto-Klimaanlage müssen diverse Chemikalien eingesetzt werden. Ich bin Allergikerin und frage mich nun, was das geringere Übel für meine Kinder und mich ist: Chemikalien oder Filter-Partikel wie Pollen und Pilzsporen?
 
Antwort

Die Klimaanlagen in Autos sind ein Thema, dass viele Gemüter bewegt, weil sie so umstritten sind. Eigentlich gibt es nur einen Vorteil: die schnell im Sommer abgekühlte bzw. die im Winter aufgeheizte Innenraumluft. Dadurch kann das Sicherheitsrisiko stark überhitzter Autofahrer gemindert werden, auch Kleinkinder und Kranke können von einer gut eingestellten Anlage profitieren.

Die Nachteile liegen aber auf der Hand:

  • Ökologischer Aspekt: Großer Kraftstoffverbrauch (vor allem in der Stadt) und schädliche Abgaben an die Umwelt: Die teilhalogenierten Fluor-Kohlenwasserstoffe (HFKW) tragen zum Treibhauseffekt bei. Anders als beim Kühlschrank zu Hause ist es bei der Auto-Kühlanlage unvermeidlich, dass ständig geringe Mengen Kühlflüssigkeit in die Umwelt entweichen (ca. 10 % jährlich). Die Klimaanlagen in deutschen Autos emittieren das Äquivalent von 1,3 Millionen Tonnen CO2. Damit wird ein nicht unerheblicher Teil der Treibhausgas-Reduzierung Deutschlands durch die Auto-Klimaanlagen wieder zunichte gemacht.
  • Gesundheitlicher Aspekt: Meist entstehen in der Verdampfereinheit einer Klimaanlage, die die angezogene Luft abkühlt (Kondenswasser), schädliche Organismen wie Keime und Pilzsporen etc., die an die Rauminnenluft abgegeben werden. Das kann die Atemwege, Augen und Schleimhäute reizen und zu erhöhter Allergie- und Infektionsbereitschaft führen. Verstopfte Pollenfilter tun ihr Übriges. Außerdem kann eine Irritation der Körperabläufe durch unnatürliche starke Temperaturschwankungen innen und außen (heiß auf kalt und umgekehrt) provoziert werden, manche leiden unter der trockenen Raumluft.

Eine Klimaanlage muss alle zwei Jahre gereinigt werden. Viele Werkstätten führen diese nur unzureichend aus und es kommen anschließend die giftigen Reinigungs-Substanzen noch hinzu, die zudem oft wochenlang unangenehm riechen und das Autofahren verleiden.

Eine Alternative ist uns nicht bekannt. Die Autoindustrie und die Bequemlichkeit der Menschen lassen die Entwicklung solcher Klimaanlagen gedeihen. Sicher werden die heißen Tage immer häufiger, aber entfernen wir uns durch die Übertechnisierung nicht immer mehr von dem für uns wirklich Notwendigen? Um es klar zu sagen: Wer eine Klimaanlage einschaltet, muss mit den komplexen Folgen rechnen und leben - eine verträgliche Lösungsmöglichkeit gibt es (noch) nicht. Da nützt es auch nichts, zwischen dem Übel der verschmutzten Anlage und den Reinigungschemikalien wählen zu wollen. Es besteht keine wirkliche Alternative!

Beschönigen kann man die Klimaanlagen nicht! Es ist eher empfehlenswert, sich im Winter warm anzuziehen und im Sommer die Fenster zu öffnen bzw. die Lüftung auf kleiner Stufe zu betätigen, getönte Glasscheiben und eine helle Autofarbe (auch innen) zu wählen und die Seitenfenster mit Sonnenfiltern zu verdunkeln sowie möglichst heiße Tageszeiten und hohes Verkehrsaufkommen für Autofahrten mit den Kindern zu meiden. Dadurch ersparen Sie sich allen und der Umwelt viele Probleme.

© 2007 NATUR & HEILEN, Beratungsservice

» zurück