Dosierungsangaben homöopathischer Mittel

Ich finde die teilweise stark abweichenden Dosierungsangaben homöopathischer Mittel bei unterschiedlichen Autoren und Behandlern sehr verwirrend. Können Sie sie mir erklären?
 
Antwort:
Die Potenzwahl und die damit verbundene Dosierungsempfehlung ist von vielen Faktoren abhängig, vor allem aber von der individuellen Schule und Einstellung des jeweiligen Homöopathen. Es gibt in der Homöopathie viele in sich schlüssige Lehrmeinungen, die sich aber teilweise gegenseitig widersprechen. Für den sogenannten "Laien" gilt es, sich mit der Homöopathie auseinander zu setzen und für sich selbst die passende Richtung herauszufinden. Das ist ein großes Stück Arbeit, aber anders geht es nicht. Oder Sie finden einen Therapeuten Ihres Vertrauens und halten sich an seine Angaben.

Homöopathen untereinander können sich aufgrund der unterschiedlichen Lehrmeinungen nicht darauf einigen, was unter den verschiedenen Begriffen zu verstehen ist. Für manche fängt z. B. eine Hochpotenz bei einer D30 an, für andere wiederum erst bei C10.000. Für manche wirkt eine Gabe nur kurze Zeit, manche wollen ohne jeglichen Eingriff mindestens drei Monate abwarten und verbieten strikt sämtliche Störfaktoren wie z. B. Kaffee, Pfefferminz, Alkohol etc. Auch die Verdünnungsebene, mit der gearbeitet wird, ist von der Lehrmeinung abhängig: also D-Potenz, C-Potenz, LM-Potenz oder neuestens auch Q-Potenz.

Abhängig ist die Dosierung auch von der jeweiligen Konstitution des Patienten und ob ein akuter oder chronischer Zustand vorliegt. Im allgemeinen gilt nämlich, daß in einer "Notsituation" der Organismus Mensch häufigere und energetisch höhere Information benötigt, um sich schnell regulieren zu können. Bei einem Schnitt mit dem Messer z. B. braucht man die von Ihnen angegebene Menge "Staphisagria", also 3 - 4 malige Gaben einer C30; bei chronischem Leiden wie z. B. einer weit zurückliegenden Demütigung reicht wahrscheinlich eine einmalige Gabe "Staphisagria".

Wenn Sie sich selbst behandeln wolle, gilt der Grundsatz, vorsichtig zu sein und eher seltener, niedriger und weniger zu dosieren, weil durch die unbedachte Mittelgabe Therapieresistenz oder eine Reaktion eintreten kann, die nur schwer zu normalisieren ist. Auch sollte die Selbstmedikation nur für Notfälle vorgenommen werden, nicht für chronische Leiden, denn hier sind die Zusammenhänge oft so kompliziert, daß nur ein Fachmann sie erkennen und beurteilen kann.

Am besten ist es also, zusammen mit einem Homöopathen zu lernen, wann welches Mittel in welcher Dosierung angezeigt ist. Es sind nicht nur weiße Kügelchen, es ist eine wirksame Medizin, mit der nicht zu spaßen ist.


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