Entfernung der Mandeln

Mein Sohn leidet ständig unter Mandelentzündungen. Nun sollen sie wegen starker Zerklüftelung herausoperiert werden. Gibt es auch andere Alternativen?

 

Antwort

Die ärztlichen Warnungen vor den Folgen einer schweren Mandel-Infektion (Keime wie z. B. Streptokokken oder Staphylokokken, aber auch Epstein Barr-Viren sind an chronischer Tonsillitis fast immer beteiligt) sind bei einer so lang andauernden Erkrankung, wie Sie es uns schildern, berechtigt. Die Ursache immer wiederkehrender Mandelentzündungen sind meist nicht vollständig ausgeheilte Infektionen, was z. T. bei zu kurzer Antibiotika-Behandlung oder falscher Präparatewahl passiert. Wenn dann auch gleichzeitig eine grundsätzliche Disposition für Erkrankungen des Lymphsystems vorliegt und die Stabilisierung des Immunsystems und der entgleisten Darmflora versäumt wurde, beginnt der Ihnen bekannte Kreislauf. Es kann aber auch an einem anderen Ort im Körper ein Entzündungsherd bestehen, der durch die Mandeln immer wieder „entsorgt“ wird, hier sollte Ursachenforschung betrieben werden. Auch ungelöste seelische Engpässe lassen eine chronische Angina tonsillaris (Enge der Tonsillen) nicht ausheilen.

Als Komplikationen drohen u. a. Mandelabszess, Kehlkopfschwellung, Atemnot, Mittelohrentzündung und als schwerwiegendste Folge Streuung der Erreger mit Herz-, Nieren-, Gefäßentzündungen oder rheumatischem Fieber. Wenn diese Folgekrankheiten durch Antibiotika nicht mehr beherrscht werden können, gibt es in der Tat große Probleme.

Nach langer chronischer Erkrankung ist das Gewebe der Tonsillen im Allgemeinen derart geschädigt bzw. zerstört, dass sie auf herkömmliche Art kaum gerettet werden können; vielmehr bilden sie einen chronischen Krankheitsherd, der durch Fernwirkung zahlreiche oben genannten Erkrankungen und Funktionsstörungen im gesamten Organismus hervorrufen kann. Davon abgesehen bedeutet eine so schwere chronische Infektion stets eine erhebliche Belastung und Schwächung des Immunsystems.

Die Auffassung, dass die Mandeln nur während der Entwicklungsphase des Immunsystems wichtig sind, danach aber nicht mehr, wird kontrovers diskutiert. Es mag durchaus sein, dass sie auch später mit zu den Immunfunktionen beitragen, unbedingt notwendig scheinen sie dazu bei Erwachsenen aber nicht mehr zu sein. Aus der Ferne können wir nicht beurteilen, ob sich bei Ihrem Sohn diese Frage stellt, denn wenn die Tonsillen zu sehr geschädigt sind, können sie unter Umständen zur Unterstützung der Immunfunktionen nichts mehr beitragen – im Gegenteil, ihre Entfernung würde das Immunsystem entlasten, es könnte wieder wirksamer arbeiten. Diese Überlegungen sollte Ihr Sohn zusammen mit einen Naturheilkundler anstellen. Wenn allerdings an der Entfernung der Mandeln kein Weg mehr vorbeiführt, nützt es nichts, diesen Routineeingriff unnötig aufzuschieben, denn damit würde sich das Risiko ernster Komplikationen unnötig erhöhen. Eine Mandel-OP-Empfehlung darf natürlich nicht verallgemeinert werden, sie richtet sich immer nach den individuellen Umständen.

Die Entscheidung für oder gegen eine Operation ist in fortgeschrittenen Stadium der chronischen Angina natürlich nicht leicht. Wenn Ihr Sohn zunächst andere Wege gehen möchte, empfehlen sich neben der klassischen Homöopathie auch andere naturheilkundliche Therapien. Die tiefgreifendste, einen Umschwung bewirkende Therapie ist aber die klassische Homöopathie, die sehr empfehlenswert ist. So können vor allem Veranlagungen und Krankheitsneigungen positiv verändert werden, so dass die so genannte Lebenskraft Unterstützung erfährt und das Körpermilieu so verändert wird, dass Keime keine Lebensgrundlage mehr vorfinden. Auch chronische Erkrankungen können auf diese Weise langsam ausgeheilt werden.

Als naturheilkundliche Präparate eignen sich u. a.: Bienenprodukte wie Propolis (innerlich und äußerlich) oder Honigumschläge, Angin-Heel (Fa. Heel), Spenglersan-Kolloide G und K (s. a. NATUR & HEILEN Heft 4/06), Septonsil (Fa. Pekana) und verschiedenen Arzneimittel von Sanum-Kehlbeck.

Um das Immunsystem so gut wie möglich zu aktivieren, empfiehlt sich auch Kolloidales Silber, Echinacea, Thymusextrakt oder eine Kombination aus Echinacea mit Eigenbluttherapie und Wechselduschen. Manchmal kann auch noch die Symbioselenkung im Rachen zur Regeneration der natürlichen Keimflora angezeigt sein (Symbioflor 1 muss dazu aber fachlich verordnet werden).

Zu guter Letzt empfiehlt sich immer eine Darmsanierung, denn der Darm ist bekanntlich das Zentrum des Immunsystems. Hier kommt z. B. das Enzympräparat "Rechtsregulat" zum Einsatz, beschrieben in NATUR & HEILEN 5/03; am besten wäre natürlich eine gründliche Reinigung zusammen mit einem Experten.

Zur allgemeinen Umstimmung trägt schließlich streng vegetarische, rohkostreiche Ernährung bei, die zwischendurch immer wieder kurze Rohkost- und Saftfastenkuren vorsehen soll. 

© 2006 NATUR & HEILEN, Beratungsservice.

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