Gleichzeitige Einnahme von Calcium und Magnesium

Soviel ich weiß, soll man Calcium und Magnesium nicht gleichzeitig einnehmen. Calcium bedarf zur Aufnahme außerdem einer Säure. Die Sango-Koralle z. B. enthält aber beide Mineralien - dort erfolgt also eine gleichzeitige Einnahme!
 
Antwort:
Es ist zwar so, dass verschiedene Stoffe (wie Vitamin D, Vitamin C, verschiedene Aminosäuren und auch Fruchtsäuren) die Calciumaufnahme positiv beeinflussen, aber es ist absolut nicht notwendig, diese extra mit einer Calciumaufnahme bzw. der Sango-Koralle zu kombinieren, da diese Stoffe ja eh in unserer natürlichen Nahrung vorhanden sind. Wenn wir zum Beispiel den täglichen Apfel essen und irgendwann davor oder danach das Calcium zu uns nehmen, ist dies die beste Art der Calciumaufnahme.

Die Wirkungen der Mineralstoffe Magnesium und Calcium sind im Stoffwechsel eng miteinander verknüpft: Mal agieren sie als Gegenspieler, mal arbeiten sie eng zusammen. Dies hat dazu gefügt, dass dieses theoretische Wissen häufig Unsicherheiten hervorrief. Die Gesellschaft für Biofaktoren (GfB) meint hierzu jedoch eindeutig: "Magnesium- und Calcium-Präparate dürfen gleichzeitig eingenommen werden". Da Magnesium als natürlicher Calcium-Antagonist (Gegenspieler) bekannt ist, hat sich selbst in Fachkreisen vielfach die Annahme durchgesetzt, dass die Aufnahme im Darm beeinträchtigt sei, wenn beide Mineralstoffe gleichzeitig verabreicht werden. Wie die Experten von der GfB ausführten, ist das allerdings ein Trugschluss: "Die Aufnahme von Magnesium und Calcium aus dem Darm erfolgt über unterschiedliche Transportsysteme. Eine gegenseitige Behinderung der Resorption lässt sich nur experimentell nachweisen, wenn unrealistisch hohe Mengen verabreicht werden", erklärte der Magnesium-Experte, Prof. Hans-Georg Classen von der Universität Hohenheim.

Als Gegenspieler wirken Calcium- und Magnesium-Ionen nur an Geweben mit Ionenkanälen, über welche die Stimulation erfolgt, sagte Classen. Das sei beispielsweise am Herzen oder an der quer gestreiften und glatten Muskulatur der Fall. Am Herzmuskelgewebe bzw. in den Gefäßzellen wirkt Magnesium einer Calcium-Überladung entgegen, die das Herzgewebe schädigen und die Blutgefäße verengen würde. Daher hat Magnesium als physiologischer Calciumantagonist ähnlich herzschützende und blutdrucksenkende Eigenschaften wie synthetische Calciumantagonisten, die bei Bluthochdruck und Herzerkrankungen angewendet werden.

Magnesiumorotat, das Magnesiumsalz der Orotsäure, ist in der Vorbeugung und unterstützenden Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen von besonderem Nutzen, da der Biofaktor Orotsäure als natürlicher Magnesium-Fixateur Magnesium-Verlusten in den Herz- und Gefäß-Zellen entgegenwirkt und die herzschützenden Eigenschaften des Mineralstoffes unterstützt.
Trotz gegensätzlicher Wirkungen agieren Magnesium und Calcium auch miteinander und an keinem der beiden Mineralstoffe darf es mangeln: "Ein Magnesium-Defizit kann trotz ausreichender Calciumversorgung einen Calcium-Mangel nach sich ziehen, mit allen Zeichen der Tetanie wie Krämpfen in Fingern, Armen und Beinen, Angina pectoris usw..", erläutert Classen. Die Calcium-Mangelsymptome klingen dauerhaft erst ab, wenn zusätzlich oder ausschließlich Magnesium verabreicht wird. Dieses Phänomen sei dadurch erklärbar, dass wesentliche Schritte des Calciumhaushalts Magnesium-abhängig sind, wie etwa die Umwandlung von Vitamin D in Vitamin D3.
Barbara Kunick-Wünsche


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