Gundermann bei Entzündungen

Ich habe mit großem Interesse den Beitrag „Silent Inflammation“ (Heft 9/2019) gelesen. Nun meine Frage dazu: Hilft eine Tinktur mit Gundermann auch bei Entzündungen? Wenn ja, in welcher Dosierung?

 

Antwort

Schon Hildegard von Bingen erkannte die Heilwirkung des Gundermanns bei Entzündungen. Das Heilkraut enthält viele ätherische Öle, die entzündungshemmend wirken. Es wurde damals wie heute für die Behandlung von eitrigen Wunden eingesetzt. Daher rührt auch der Name, denn „Gund“ ist Althochdeutsch für Eiter. In Milch gekocht, bleiben die wertvollen Öle länger erhalten. Hierfür kocht man 2 EL des frischen Krauts in ½ l fettarmer Milch auf und lässt es 15 Minuten ziehen. Diese Milch ist auch gut als Stärkungsmittel geeignet. Bei hartnäckigen Erkältungen, Appetitlosigkeit sowie bei Blasen- und Nierenerkrankungen empfiehlt es sich, täglich 2 Tassen Gundermann-Tee zu trinken, für den man 2 EL des Krauts mit ½ l Wasser übergießt und 10 Minuten ziehen lässt. Die in der Gundelrebe enthaltenen Gerb- und Bitterstoffe regen Appetit und Stoffwechsel an. Man kann den Tee auch für Wundauflagen oder als Mundspülung bei Zahnschmerzen und Zahnfleisch-Entzündungen verwenden. Wer keinen Tee mag, kann aus dem Saft oder dem frischen Kraut eine Tinktur herstellen, von der man 2- bis 3-mal tgl. 15 bis 30 Tropfen in etwas Wasser einnimmt. Diese eignet sich auch gut zur Ausleitung von Schwermetallen. Bei schlecht heilenden Wunden kann auch in Gundermann gebadet werden. Dazu gibt man 1 Handvoll Kraut auf 1 l Wasser. Gundermann kann übrigens nicht nur heilen, er eignet sich auch hervorragend zum Würzen von Salaten und anderen Gerichten.

 

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