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Zahnheilkunde

Mundgeruch: Was hilft wirklich?

Meine Tochter leidet unter starkem Mundgeruch, der ihr sehr zu schaffen macht. Welche Ursachen können hier vorliegen und welche Maßnahmen helfen wirklich?
 

Antwort
Mit dem schlechten Atem lässt sich viel Geld verdienen. Allein die US-Amerikaner geben 740 Millionen Dollar jährlich für Mundwässer aus, in Deutschland belaufen sich die Zahlen wahrscheinlich auf ein Drittel dieser Werte.
Wissenschaftler haben erst in den letzten Jahren ernsthaft damit begonnen, sich mit dem Problem des Mundgeruchs, der so genannten Halitosis, zu beschäftigen. Aktuelle Forschungen gehen davon aus, dass etwa 23 % der Menschen hin und wieder einen unangenehmen Geruch aus dem Mund verströmen, und auch das meistens nur nach einer stark gewürzten Mahlzeit oder am frühen Morgen vor dem Frühstück. Nur wenige davon leiden tatsächlich unter dauerhaftem Mundgeruch.

Bevor man also daran geht, den Mundgeruch mit Mundwässern zu “verschönern”, sollte man erst einmal die Ursachen ermitteln. Die Nachfrage beim Zahnarzt kann aufklären. Wer es genau wissen will: Seit einigen Jahren gibt es Gaschromatographen und spezielle Sulfid-Monitore, aber auch Halimeter, die genauere Aufschlüsse über die Atembeschaffenheit geben. Man findet diese Geräte allerdings hauptsächlich in zahnärztlichen Kliniken und weniger in privaten Arztpraxen.

Hinsichtlich der Mundgeruchsursachen wird immer häufiger die Meinung vertreten, dass er durch Probleme im Verdauungsapparat ausgelöst würde und sich dementsprechend nur per Darmspülung therapieren ließe. Eine Ernährungsüberprüfung und -umstellung ist eventuell sinnvoll. Die Ursachen können jedoch zusätzlich neben Knoblauch und Co. unterschiedlich sein: kariöse Zähne, ein trockener Mund durch Wassermangel, Stress, Alkohol und Zigaretten können schlechten Atem verursachen. Auch bei einer akuten Zahnfleischentzündung oder Zahnherden kommt es zu verwesungsähnlichem Mundgeruch, ebenso bei Entzündungen im Nasen-Rachenraum. In der Traditionellen Chinesischen Medizin deutet ein fauliger Geruch auf eine eventuelle Schwächung von Niere oder Blase hin. Auch werden einige Krankheiten von Mundgeruch begleitet, wie z. B. Diabetes, Leber- oder Lungenerkrankungen.

In den meisten Fällen stammt dauerhafter Mundgeruch aber aus der Mundhöhle, denn dort sitzen die Hauptschuldigen in der Regel auf dem Zungenrücken, der nur selten vom Speichel vollends gereinigt wird, wodurch sich in seinen zahlreichen kleinen Fältchen Bakterien und Speisereste gut ansiedeln können. Der Mundgeruch entsteht also dadurch, dass Bakterien Nahrungsreste verstoffwechseln, und diese Stoffwechselprodukte sind flüchtige Schwefelstoffe. Den Schwefel nimmt man als üblen Mundgeruch war.

Die Behandlung mit Duftwässern ist hier meistens ohne nachhaltigen Effekt, ätherische Öle wie etwa das beliebte Pfefferminzöl werden in ihrer Duftwirkung weit überschätzt. Der probate Umgang mit Mundgeruch besteht vielmehr darin, neben der Entfernung von Belägen zwischen den Zähnen auch den Zungenrücken mit einer Bürste zu rubbeln – so wie man es schon seit vielen Jahrhunderten im Fernen Osten macht. Morgens und abends eine Minute reichen aus, in kleinen, kreisenden Bewegungen; der Druck mit der Bürste sollte natürlich nicht so stark sein, dass es zu Verletzungen am Zungenrücken kommt. Spezielle Zungenschaber reinigen gründlicher, doch meist reicht auch die Zahnbürste aus.

Wem das nicht genügt, kann beim Zahnarzt mit einem Ultraschall-Gerät die Zunge reinigen lassen. Auch können dort die Belege unter dem Zahnfleisch entfernt werden. Diese Prozedur, die alle drei Monate wiederholt werden sollte, ist völlig schmerzfrei. Durch Ultraschall werden Schwingungen erzeugt, die die Bakterienzellwände zum Platzen bringen, damit werden die Bakterien auch in Regionen vernichtet, in die der Patient mit der Zahnbürste nicht selber hinkommt.
Zudem ist es wichtig, regelmäßig über den Tag verteilt viel Wasser zu trinken, damit der Mundraum nicht austrocknet und der Körper ausreichend mit Wasser versorgt ist. Außerdem kann man den Mund regelmäßig mit warmem Salbeitee ausspülen. Zwischendurch hilft es häufig schon, wenn man einen Apfel isst oder etwas kleingehackte Petersilie kaut. Denn die ätherischen Öle der Petersilie können unangenehme Gerüche minimieren. Auch das Kauen von Kaffeebohnen oder Thymian hilft gegen schlechten Atem.

Sehr effektiv ist eine Kur mit Propolis-Tinktur aus der Apotheke: Geben Sie dazu 20 Tropfen in lauwarmes Wasser, gurgeln Sie damit und trinken Sie abschließend einen kleinen Schluck. Und natürlich ist auch das seit langem bekannte Ölschlürfen zu erwähnen, das die Schleimhäute in der Mundhöhle entgiftet, Zahnherde und Zahnfleischentzündungen reduziert und die Durchblutung anregt.
Jörg Zittlau

© 2008 NATUR & HEILEN, Beratungsservice

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