Parästhesien bei Polyneuropathie

Mein Arzt hat bei mir die Diagnose "Parästhesie" gestellt. Haben Sie über diese Krankheit Informationen der Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten?
 
Antwort:
Der Begriff "Parästhesie" ist ein lediglich die Bezeichnung für ein Symptom und stellt keine Krankheit an sich dar. Es handelt sich dabei um Missempfindungen der Haut ohne erkennbare Reize, die sich meist als Kribbeln, Ameisenlaufen, Brennen, Taubheit etc. äußern können. Wahrscheinlich beruhen die Symptome auf Schädigungen sensibler Nervenfasern. Es ist ein Symptom mit unendlich vielen möglichen Ursachen.
Will man den Ursachen dieser Missempfindungen auf den Grund gehen, müssen eine ganzheitliche Anamnese und entsprechende Laboruntersuchungen gemacht werden. Entsprechend des Befundes werden dann therapeutische Schritte eingeleitet. Parästhesien treten vor allem bei Durchblutungsstörungen der Nerven auf, die z.B. eine Folge der Arteriosklerose sein können. Sehr häufig liegt den Parästhesien eine Polyneuropathie zugrunde. Deshalb gehen wir hier näher darauf ein.

Polyneuropathie ist ein Oberbegriff und er bezeichnet die entzündliche oder nicht-entzündliche Funktionsstörung peripherer Nerven, das heißt der ausführenden motorischen Nerven vor allem der Extremitäten. Meist beginnt die Störung an den Beinen mit leichten Empfindungsabweichungen, die sich später ausbreiten können.
Polyneuropathie kann genetisch bedingt sein oder durch diverse andere Erkrankungen entstehen, wie z. B. Diabetes, Alkoholmissbrauch, hormonelle Störungen, Mangelernährung, Infektionskrankheiten (u.a. auch Borreliose nach Zeckenbiss), Durchblutungsstörungen, Autoimmun- oder rheumatische Erkrankungen. Vor allem aber werden zunehmend Schadstoffe, Nebenwirkungen von Medikamenten oder deren Missbrauch und Umweltgifte als Ursache diskutiert. Sie können auch bei einer Panikattacke auftreten.
Im Verlauf der Krankheit kommt es zu einer langsam fortschreitenden Schädigung der Nervenzellen und deren umgebenden Schutzschicht sowie der kleinen Blutgefäße, die die Nervenzellen mit Nährstoffen versorgen.

Das Erscheinungsbild der Nervenschädigungen hängt von der Grundursache ab. Es äußert sich meist durch Parästhesien (Ameisenlaufen, Kribbeln) und Sensibilitätsstörungen (z.B. Brennen der Fußsohlen oder taubes Gefühl) vor allem in Körperteilen, die am weitesten entfernt vom Rumpf liegen, wie Füße oder Hände; im späteren Verlauf kommt es zu motorischen Ausfallserscheinungen (schlaffe Lähmung) der betroffenen Körperpartien, gestörten Reflexen, eventuell Muskelschwund und stoffwechselbedingten Störungen der Haut.

Wichtig für die Behandlung ist die Ursachenforschung, denn davon ist die Therapierichtung abhängig. Zunächst sollte herausgefunden werden, ob Schadstoffe wie Zahnfüllungen, Ausdünstungen in der Wohnung oder ein gestörter Schlafplatz etc. im Spiel sind, die dann natürlich auszuleiten und auszuschalten sind.
Bei Alkoholproblemen ist Alkohol strikt zu meiden und eine entsprechende Therapie einzuleiten. Oder bei Diabetes ist auf normale Blutzuckereinstellung, bei Stoffwechselkrankheiten und Durchblutungsstörungen auf entsprechende Diät und Medikation zu achten.

Ist die Ursache nicht zu ermitteln, lassen sich die gesundheitlichen Zusammenhänge am besten durch Elektroakupunktur (EAV) austesten. Hier gibt der Körper selbst Auskunft über Disharmonien innerhalb seines Systems.
In jedem Fall ist eine homöopathische Konstitutionsbehandlung anzuraten, die den gesamten Organismus unterstützt und auch Krankheitstendenzen ausheilt, vorausgesetzt, die krankmachenden Ursachen wie Gifte etc. sind ausgeschaltet worden.

Aus dem Bereich der Naturheilkunde ist außerdem Neuraltherapie zur Hemmung der Reizleitung und damit der Missempfindungen zu empfehlen, ebenso hochdosierte Vitamin B- und C-Präparate sowie Alpha-Liponsäure, Selen und Zink. Für die Durchblutung und besseren Mikrozirkulation eignen sich aus der Pflanzenheilkunde Ginkgo und Mistel, Johanniskraut eignet sich vor allem bei Nervenschmerzen. Bitte beraten Sie sich mit einem Therapeuten für Naturheilkunde, welche Möglichkeit für Sie die richtige ist.

© 2010 NATUR & HEILEN, Beratungsservice

» zurück