Paukenerguss hinter dem Trommelfell

Mein Enkelsohn hat ständig Mittelohrentzündungen. Nun soll wegen eines Paukenergusses ein Röhrchen ins Trommelfell eingesetzt werden. Gibt es nicht bessere naturheilkundliche Lösungen?

W. K., Lübeck

 

Antwort:

Viele Kleinkinder und Kinder werden im Winter von Mittelohrentzündungen (Otitis media) geplagt. Die Eustachische Röhre (tubenartiger Verbindungsgang zwischen Mittelohr und Nasen-Rachen-Raum) sorgt für eine ausreichende Belüftung der Paukenhöhle (Hohlraum des Mittelohrs, in dem sich die Gehörknöchelchen befinden). Bei verstopfter Nase entsteht ein Unterdruck, und aus dem Gehörganggewebe wird ein seröses Sekret gesogen, das den Druckausgleich behindert. Bei chronischem Verlauf sammelt sich hinter dem Trommelfell ein schleimiges Sekret an, das zur eitrigen, schmerzhaften Mittelohrentzündung führen kann. Deshalb werden operativ Röhren ins Trommelfell eingesetzt, damit die Flüssigkeit abfließen kann.

Viele Mittelohrentzündungen heilen von selbst wieder aus, Antibiotika helfen nur kurzfristig und verhindern die Ergussbildung und erneute Entzündungen meist nicht. Entscheidend ist, die Nasenwege freizuhalten, damit das Sekret abfließen kann, zum Beispiel mit „Euphorbium comp.-Nasenspray“ (Heel) oder mit einfachem Meerwasser-Nasenspray. Generell sollten Nasensprays nur zeitlich begrenzt eingesetzt werden. Vor allem sollte aber mit Mitteln aus der klassischen Homöopathie die Neigung zu wiederkehrenden Ohrenschmerzen behandelt werden. Häufig eingesetzte Konstitutionsmittel sind „Calcium carbonicum“ und „Tuberkulinum“, aber auch „Pulsatilla“, „Silicea“ oder „Sulfur“. Bei akutem Schmerz kommt beispielsweise „Belladonna“ oder „Aconit infrage – um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Die Mittelwahl muss, je nach Arzneimittelbild, mit einem Homöopathen abgesprochen werden.

Eventuell sollte bei mehrfachen Antibiotikagaben eine Darmsanierung erfolgen, kombiniert mit Probiotika. Der weitgehende Verzicht auf Milch ist ratsam, da sie stark schleimbildend ist, ebenso sind eventuelle allergieauslösende Nahrungsmittel wie Weizen auszuschließen.

Manchmal möchten Kinder in unangenehmen Lebensumständen vielleicht einfach nur die Ohren verschließen oder sich vor Lärm schützen – auch hier sollte nach einem Ausweg gesucht werden.

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