PCO-Syndrom / polyzystische Ovarien (Eierstöcke)

Bei unserer Tochter, 17 Jahre, wurde das polyzystische Ovar-Syndrom festgestellt. Sie nimmt jetzt die Pille ein, um den Hormonhaushalt zu beeinflussen. Wie wird dieses Krankheitsbild aus naturheilkundlicher Sicht gesehen, und wie können wir es auf natürlichem Wege verbessern?

 

Antwort

Bei jungen Frauen ist das hormonelle Gleichgewicht, ähnlich wie im Klimakterium, oftmals gestört bzw. hat sich noch nicht eingependelt. Beim PCO-Syndrom liegt häufig ein Progesteronmangel vor. Eine Bestimmung von Progesteron, Östrogen, FSH, LH und dem Anti-Müller-Hormon, welches den Ausprägungsgrad des PCO-Syndroms zeigt, wäre ratsam. Hier kann man dann gezielt sehen, wie vorzugehen ist. Aus der Praxis heraus hat sich gezeigt, dass der Progesteronmangel gut durch bio-identische Hormone wie eine verschreibungspflichtige 3%ige Salbe zu beheben ist. Auch der Mönchspfeffer zeigt gute Erfolge, muss aber mindestens 3 bis 6 Monate lang durchgenommen werden. Auf diese Weise lässt sich der Hormonhaushalt harmonisieren. Von einer Dauereinnahme der Pille rate ich ab, denn in dieser ist Östrogen enthalten, das kontraproduktiv wirkt. Besser wäre es, die Pille abzusetzen, dann die Hormonbestimmung durchzuführen und den Körper gezielt zu unterstützen. Bezüglich einer möglichen Verhütung muss dann über andere Wege nachgedacht werden – am besten ohne Eingriff in den Hormonhaushalt.

Oftmals wird beim PCO-Syndrom auch über eine gestörte Glucosetoleranz diskutiert. Um diese abzuklären, wäre es sinnvoll, neben dem Nüchternblutzucker auch den HbA1c-Wert bestimmen zu lassen. Bei etwaigem Übergewicht bzw. einem männlichen Behaarungstyp, wie er gelegentlich beim PCO-Syndrom vorkommt, ist eine Gewichtsreduktion mit regelmäßigem Sport und einer Ernährungsumstellung sehr anzuraten und verbessert den Hormonhaushalt oft enorm. Von allopathischen Medikamenten wie „Metformin“, die leider auch oft beim PCO-Syndrom gegeben werden, halte ich nicht sehr viel.

 

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