RIT: Reflexintegration statt Ritalin

Mein 11-jähriger Sohn ist in der Schule sehr unkonzentriert, er kann nicht still sitzen. Zudem hält er den Stift sehr verkrampft und das Lesen fällt ihm schwer. Haben Sie einen Rat für uns?

 

Antwort

Die beschriebene Problematik nimmt in der heutigen Zeit leider enorm zu – nicht zuletzt durch steigenden Medienkonsum, fehlende Bewegung und schlechte Ernährung. Letzter Ausweg ist oft die Gabe von „Ritalin“, auch weil mögliche Alternativen weitgehend unbekannt sind, so wie etwa das Reflex-Integrations-Training (RIT). Dieses Bewegungsprogramm kommt bei Lese-, Schreib- und Rechenschwierigkeiten, Unkonzentriertheit, körperlicher Unruhe, Koordinationsproblemen sowie fein- und grobmotorischen Schwächen zum Einsatz. Dem RIT liegt die Annahme zugrunde, dass sich frühkindliche Reflexe nicht wie von der Natur vorgesehen zurückgebildet haben, sondern noch aktiv sind und somit ein Ungleichgewicht in Nervenverbindungen und Muskulatur hervorrufen können. Die Urreflexe sind genetisch festgelegt und ein wichtiger Bestandteil in der kindlichen Entwicklung. Sie sorgen durch die hervorgerufenen Bewegungen für die Verbindung der verschiedenen Gehirnareale. Sind die Nervenverbindungen gut entwickelt, spricht man von neuronaler Reife. Werden die Bewegungsmuster nicht planmäßig ausgeführt, beispielsweise wenn ein Kind die Krabbelphase auslässt, können reflexartige Restmuskelbewegungen weiterhin aktiv bleiben und Entwicklungsverzögerungen mit entsprechenden Symptomen hervorrufen. So kann etwa eine verkrampfte Stifthaltung in Zusammenhang mit Mund- und Zungenbewegungen gebracht werden. Hier liegt oftmals ein noch vorhandener Saugreflex zugrunde. Ein unleserliches Schriftbild könnte auf einen noch bestehenden Greifreflex hindeuten. Speziell ausgebildete RIT-Trainer unterstützen mit gezielten Übungen eine Harmonisierung und schaffen somit die Voraussetzungen für das Erreichen einer neuronalen Reife.

 

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