Ständige Blutungen aus der Gebärmutter

Seit langer Zeit leide ich unter ständigen Blutungen aus der Gebärmutter. Der Frauenarzt stellte keine Myome oder Ähnliches fest. Lediglich eine aufgebaute Schleimhaut (durch Ultraschall erkannt). Welche Ursachen können die Blutungen haben und was kann ich dagegen tun?

 

Antwort

Vermutlich liegt bei Ihnen eine Form der Metrorrhagie vor; so werden unregelmäßige zu starke (oder zu schwache) Gebärmutterblutungen bezeichnet, die unabhängig von der Menstruationsblutung bestehen. Diese chronischen Blutungen gehen meist mit latentem Eisenmangel einher, sofern nicht vorsorglich medikamentös Eisen zugeführt wird. Bitte auch hierauf achten!

Nach der gynäkologischen Untersuchung, von der Sie schreiben, darf wohl davon ausgegangen werden, dass keine Tumorkrankheit (wozu auch ein Myom zählt) vorliegt. Am ehesten kommt wahrscheinlich – auch wegen der aufgebauten Schleimhaut – eine hormonelle Funktionsstörung als Ursache in Betracht, beispielsweise zu wenig Gelbkörperhormon, das für die Reifung der Eizelle in den Eierstöcken zuständig ist. Diese Störung kann u. a. von den Eierstöcken oder von der Hirnanhangdrüse ausgehen. Nicht selten beobachtet man diesen Zusammenhang vor dem Klimakterium.

Weitere Blutungsmöglichkeiten: die Antibabypille, die Zwischenblutungen verursachen kann; Störungen in der Hormonproduktion der Schilddrüse, Hypophyse oder Nebennierenrinde; Infektionen der Vagina, des Gebärmutterhalses, der Gebärmutter, der Eileiter oder der Eierstöcke – wie sexuell übertragbare Krankheiten, die aber meist auch zusammen mit Beschwerden der Blase auftreten; sowie (unbemerkte) Fehlgeburten oder Schwangerschaftsstörungen. Zwischenblutungen können auch auf Vernarbungen oder sonstige Gewebeveränderungen (Endometriose) im Gebärmutterhals oder an der Gebärmutter, auf Eierstockzysten oder Wucherungen in der Gebärmutterschleimhaut, dem Endometrium, hinweisen. Davon abgesehen gibt es seelisch verursachte Metrorrhagien wie die Demonstrations-, Protest- oder Schockblutung; in unklaren Fällen sollte auch an diese Möglichkeit gedacht werden.

Aus der Ferne sind immer nur Mutmaßungen über die ursächlichen Zusammenhänge möglich, Klarheit kann nur die fachärztliche Untersuchung bringen. Die Therapie richtet sich naturgemäß nach den Ursachen.

Bei einer hormonellen Dysfunktion ist es aber keineswegs erforderlich, gleich Hormone zu verabreichen, die massiv in den empfindlichen weiblichen Hormonhaushalt eingreifen. Auch homöopathisch kann das hormonelle Geschehen schonend reguliert werden; gut bewähren sich u. a. die homöopathischen Wirkstoffe Belladonna, Chamomilla, China, Crocus, Ipecacuanha, Phosphorus, Pulsatilla, Secale und diverse andere, dies muss individuell ermittelt werden. Diese große Auswahl ermöglicht eine individuell optimal abgestimmte Therapie. Was im Einzelfall indiziert ist, kann aber nur fachlich ausgewählt werden; z. T. ist es im Verlauf einer homöopathischen Therapie auch erforderlich, Wirkstoffe auszutauschen, damit man dem weiteren Krankheitsgeschehen wieder besser gerecht wird.

Zur Selbsthilfe ist diese Therapiemöglichkeit viel zu komplex, dazu benötigen Sie kompetente fachliche Beratung (das muss nicht unbedingt ein homöopathisch orientierter Gynäkologe sein, grundsätzlich ist dazu jeder Homöopath in der Lage). Auch seelische Nöte können auf diese Weise aufgefangen werden.  Weitere naturheilkundliche Maßnahmen besprechen Sie bitte mit einem Therapeuten in Ihrer Nähe, denn wir können naturgemäß nicht beurteilen, welche Ursache bei Ihnen vorliegt, und entsprechend keine Therapievorschläge geben.

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