Süßholzwurzeltee in der Schwangerschaft

Darf in der Schwangerschaft der Süßholzwurzeltee getrunken werden? Welche Auswirkungen hat er auf das Ungeborene?

Antwort

Süßholzwurzel ist eine problematische Arzneidroge, vor allem in der Schwangerschaft, denn sie erhöht in hohen Dosen eingenommen den Blutdruck der Mutter und kann auch dem Ungeborenen schaden. Schuld daran ist der Hauptinhaltsstoff der Süßholzwurzel, die Glycyrrhizinsäure. Diese erhöht die Ausschüttung des in den Nebennieren gebildeten Stresshormons Cortisol. Durch den erhöhten Spiegel im Blut der Mutter erhöht sich auch die Placentadurchlässigkeit, sodass das ungeborene Kind einer zu hohen Menge an Stresshormonen ausgesetzt wird. Dadurch wird die gesunde Gehirn- und Hormondrüsen-Entwicklung des Kindes beeinträchtigt. Ferner wird angenommen, dass es durch die Süßholzwurzel leichter zu Frühgeburten und Lungenreifungsstörung der Kinder kommen kann. Diese schädigenden Mengen kann man aber allein durch Teetrinken nicht erreichen, es sei denn, man trinkt drei bis vier Liter dieses Tees am Tag.

Wer in der Schwangerschaft gerne „entspannende“ Teemischungen trinkt, sollte also darauf achten, dass keine Süßholzwurzel darin enthalten ist. Geeignet ist beispielsweise Ingwer. Die scharfe Knolle hilft nicht nur gegen Schwangerschaftsübelkeit, sondern hält Krankheitserreger fern, ist verdauungsfördernd und sogar schmerzlindernd, wenn gegen Ende der Schwangerschaft der Rücken besonders strapaziert wird. Kräuter-Tees mit entspannender Wirkung, die daneben noch Stresshormone senken, sind der milde koffeinfreie Rooibos, die beruhigende Kamille und Hopfenblüten.

 

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