Träume ermöglichen das Loslassen

Den Beitrag „Das kostbare Gedächtnis“ im Dezemberheft 2017 fand ich sehr anregend. Vielleicht können Sie mir auch sagen, wie zunehmendes Träumen in meinem Alter von fast 81 Jahren zu deuten ist. Es sind nie Albträume, sondern oft Träume von lebendiger Kommunikation und voller Erinnerungen, wenn auch nicht immer angenehmer Art.

M. L., Hamburg

Antwort:

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird – wie auch in der abendländischen Tradition – ein reges Traumleben als Reinigung der Seele verstanden. Hier spricht man von sogenannten Wanderzyklen der Hun-Seele, die einen Bezug zur Leber hat und zuständig ist für Aktion und Aggression. Im übertragenen Sinne heißt das, dass sich gestaute Lebensenergie, bekannt als Qi, löst. Dies zeigt sich häufig in Träumen, die sehr lebendig sind.

Traumphasen, die von der wandernden Po-Seele herrühren, haben hingegen eher einen Bezug zu Empfindsamkeit, Traurigkeit, Abschied und Loslassen. Sie steht in Verbindung mit der Lunge und dem vegetativen Nervensystem. Um welche Art von Träumen es sich bei Ihnen handelt, können Sie durch Hineinspüren erkennen.

Vielleicht könnte man sagen, dass Sie momentan in eine neue Seelen- und Lebensphase hineinkommen, in der Sie Altes aufarbeiten und loslassen und damit Platz schaffen für neue Ideen. Oftmals geben uns Träume verborgene Botschaften, die im Tages- und Wachbewusstsein nicht zu uns vordringen. So sehen wir klarer und erhalten damit auch oftmals gute Ratschläge und Impulse für unser Leben.

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