Vitamin K2 bei Einnahme von Blutverdünnern?

Ich habe stressbedingten Bluthochdruck und arteriosklerotische Gefäßveränderungen. Deshalb nehme ich Beta-Blocker, ACE-Hemmer, Calcium-Antagonisten, dazu ASS 100. Was gilt es zu beachten, wenn ich – wie in NATUR & HEILEN 9/2014 beschrieben – Vitamin K2 bzw. „Natto“-Kapseln nehmen möchte? Gibt es Wechselwirkungen bzw. könnten Medikamente reduziert werden?

 

Antwort

Vitamin K2 steigert in der Leber den Aufbau der Gerinnungsfaktoren Prothrombin, Faktor VII, IX und X. Diese Faktoren brauchen Vitamin K, um ihre Aufgaben bei Verletzungen oder undichten Stellen im Körper zu erfüllen, sie sind Teil des komplexen Gerinnungssystems, das als sogenannte Gerinnungskaskade funktioniert. Diese wiederum zeichnet sich dadurch aus, dass jeder der Faktoren nacheinander aktiv wird, wie bei einer Kettenreaktion. Damit die Blutgerinnung nur dort zustande kommt, wo sie gebraucht wird, und nicht überall im Körper erfolgt, gibt es bestimmte Hemmstoffe der Gerinnungsfaktoren. Sie sorgen beispielsweise dafür, dass das die Wunde verklebende Fibrin sofort inaktiviert wird, wenn es die verletzte Stelle wieder verlässt. Das Zusammenspiel von Gerinnungsfaktoren und Hemmstufen bei der Blutgerinnung ist ein sehr sensibles Wechselspiel. Störungen können in kürzester Zeit lebensbedrohliche Folgen wie einen Schlaganfall produzieren.

Sind bei Patienten schon Bluthochdruck und arteriosklerotische Veränderungen festgestellt worden, nehmen sie entsprechend Blutverdünner wie ASS 100 oder Marcumar ein. Ihr Körper ist eingestellt auf diese Medikamente. Wenn Sie nun Vitamin K2 in Form von aus fermentierten Sojabohnen hergestellten „Natto“-Kapseln einnehmen, besteht die Gefahr, dass wieder mehr Gerinnungsfaktoren in der Leber aufgebaut werden, weil dem Körper ja mehr Vitamin K2 zur Verfügung steht. Durch diese Schwankungen kann es daher zu Wechselwirkungen mit den Medikamenten kommen, die Sie derzeit nehmen müssen.

Bitte konsultieren Sie daher einen Arzt, bevor Sie zusätzlich Vitamin K2 nehmen. Ohne ärztliche Überwachung ist es auch nicht ratsam, ein sorgsam ausgewähltes Medikament zu reduzieren. Sollten Sie sich zusammen mit Ihrem Arzt entschließen, Vitamin K2 einzunehmen, ist es wichtig, jeden Tag die gleiche Menge aufzunehmen, damit es keine größeren Schwankungen im Blutgerinnungssystem gibt.

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