Tipps & Erfahrungen

Hier finden Sie nützliche Ratschläge für ein gesünderes Leben sowie Anleitungen zur Selbsthilfe bei Alltagsbeschwerden. Auch die Leserinnen und Leser von NATUR & HEILEN tragen mit eigenen Erfahrungen dazu bei, das Wissen über naturgemäßes Leben und Heilen zu erweitern.

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Essbare Wildsamen – heimisches Superfood

Schon unsere Vorfahren haben die Kraft der Natur in Form von Samen geschätzt. Doch während es früher ums Überleben ging, ergänzen sie heute als wertvolles Superfood unsere Ernährung. So enthalten die Samen aus Wildpflanzen jede Menge Vitalstoffe aller Art.
Bei ihrer Verwendung sind der Kreativität keinerlei Grenzen gesetzt. Als Würzmittel, Kaffee, Mehl, Öl oder Keimling erobern sie zunehmend die heimische Küche. Ob roh, gekocht oder angeröstet – milde Wildsamen, z. B. von Wegerich oder Brennnessel, eignen sich wunderbar zum Verfeinern von Dips, als Zugabe in Salaten und Suppen oder in Gemüsepfannen. Würzige Samen wie jene des nach Petersilie schmeckenden Gierschs oder die knoblauchartigen von Bärlauch oder Knoblauchsrauke sind ebenfalls ideal, um Speisen zu würzen. Manche Wildsamen enthalten Senföle, die einen positiven Einfluss auf die Darmflora haben, den Stoffwechsel anregen, reinigend wirken und immunstärkend sind. Jene von Ackersenf, Wiesenschaumkraut oder auch Feldkresse eignen sich außerdem für die Herstellung von Essig und Ölen. Am bekanntesten sind hierzulande nussig schmeckende Samen wie Haselnüsse, Walnüsse, Bucheckern oder Esskastanien. Weniger bekannt sind hingegen die Samen von Schlangenknöterich oder Springkraut.
Unseren Eltern ist das „Samenmehl“ noch aus der Nachkriegszeit geläufig. Damals war es gang und gäbe, herkömmliche Mehle mit gemahlenen Wildsamen zu strecken. Heute sind es eher die Unverträglichkeiten, die zu einer Rückbesinnung auf Samenmehle führen. Als Getreidemehlersatz sind jedoch nur Wildsamen geeignet, die einen besonders hohen Anteil an Stärke enthalten (z. B. Gänsefüße, Esskastanien, Eicheln).
Selbst gepresstes Wildsamenöl ist besonders wertvoll, da es weder industriell erhitzt noch chemisch behandelt wurde. Walnuss-, Haselnuss- und Bucheckernöl sind bekannte Wildsamenöle, die schon in viele Küchen Einzug gehalten haben. Weniger bekannt ist hingegen die Tatsache, dass auch die Samen von Brennnessel, Hagebutte, Mohn und Springkraut zur Ölherstellung geeignet sind.
Aus Wildsamen von essbaren Pflanzen können darüber hinaus auch Sprossen auf der Fensterbank gezogen werden. Bewährt haben sich Samen mit relativ kurzer Keimdauer. So können innerhalb von wenigen Tagen Sprossen aus Lichtkeimern wie Labkraut, Vogelmiere und Sauerampfer gezogen werden.
Beim Sammeln von Samen gelten ähnliche Grundsätze wie beim Ernten von Wildpflanzen: Nicht am Straßenrand, nicht an Hundeauslaufstellen und an gedüngten Feldrändern sammeln. Wichtig ist auch eine sichere Bestimmung, um Verwechslungsgefahren auszuschließen. Im Laufe der Zeit verfärben sich die Samenstände von grün nach braun bzw. schwarz. Der Erntezeitpunkt ist dann optimal, wenn sich die Samen leicht aus ihren Samenständen herausschütteln lassen. Bei der Lagerung sollte die Raumluft konstant trocken sein. Es dürfen nur gut getrocknete Samen in die Aufbewahrungsgefäße gegeben werden, der Samen sollte dunkel aufbewahrt werden. Nüsse werden in Netzen aufgehängt oder ausgebreitet gelagert. Mäuse lieben Nüsse und Samen – sie sollten den Lagerplatz daher nicht erreichen können. Sammeln Sie am besten immer nur so viel, wie Sie innerhalb eines Jahres selbst verbrauchen. Die Natur schenkt uns im nächsten Jahr wieder eine neue Ernte.

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