Tipps & Erfahrungen

Hier finden Sie nützliche Ratschläge für ein gesünderes Leben sowie Anleitungen zur Selbsthilfe bei Alltagsbeschwerden. Auch die Leserinnen und Leser von NATUR & HEILEN tragen mit eigenen Erfahrungen dazu bei, das Wissen über naturgemäßes Leben und Heilen zu erweitern.

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Galgant – Labsal für den Magen

Vielleicht wäre er in Deutschland nie bekannt geworden, wenn er nicht eine so berühmte Fürsprecherin gehabt hätte: Hildegard von Bingen. Die heilkundige Äbtissin aus Ruppertsberg bei Bingen (1098 - 1179) zählte Galgant zu den wichtigsten Arzneipflanzen.

Galgant gehört zur Familie der Ingwergewächse und gilt in China und Indonesien, seiner Urheimat, als bewährte Heil- und Gewürzpflanze. Von der 1,5 Meter hohen Staude mit ihren schmalen, spitzen Blättern, die eine hohe Blüte umschließen, wird – wie bei Ingwer – die Wurzel verwendet. Der Kleine Galgant (Alpinia officinarum) stammt aus Südchina. Er ist rotbraun und innen hellrot und hat das bessere Aroma. Der Große Galgant (Alpinia galanga) wächst in Indonesien. Die rotbraune Wurzel ist innen weiß. Heute wird Galgant in Südchina, Thailand, Sri Lanka, Vietnam und Indien kultiviert.

Die Galgantwurzel enthält ätherisches Öl (Eugenol, Eucalyptol), scharfe Substanzen, Gerbstoffe, Flavonoide, viel Mangan (aktiviert Enzyme) und entzündungshemmende Wirkstoffe (Diarylheptanoide).
Verwendet wird sie hauptsächlich gegen Magen- und Darmbeschwerden, Magenschwäche und Appetitlosigkeit. Galgant verbessert die Fettverdauung und hilft gegen Völlegefühl und Blähungen.

Für einen Tee übergießt man zwei gehäufte Teelöffel mit ¼ l kochendem Wasser. 5 - 10 Minuten ziehen lassen. Schluckweise trinken, bei Appetitlosigkeit ½ Stunde vor dem Essen.
In der Apotheke findet man auch die Galgant-Tinktur (Tinctura Galangae) gegen Magenbeschwerden. Wem eine schwere, fettreiche Mahlzeit zu schaffen macht, dem wird ein Schluck Magenbitter gut tun. In vielen „Bittern“ ist Galgant enthalten.

Hildegard von Bingen, die Benediktinerin, empfahl Galgant vor allem gegen Kreislaufschwäche, Herzprobleme, Durchblutungsstörungen, Erschöpfung und Rückenschmerzen.
„Wer Herzweh hat und wer im Herzen schwach ist“, schrieb sie, „der esse genügend Galgant, und es wird ihm bald besser gehen.“
Dass es den Patienten tatsächlich nach kurzer Zeit besser ging, mag auch an der Zubereitung gelegen haben. Denn die weise Hildegard empfahl eine Art Galgant-Glühwein:

Dafür wurde 1 Teelöffel zerschnittene Galgantwurzel mit ¼ l Wein übergossen und zum Sieden gebracht. 10 Minuten muss das Gebräu kochen. Danach soll es warm getrunken werden.
Aber Galgant ist auch eine geschätzte Gewürzpflanze. Er schmeckt aromatisch-scharf und leicht bitter und würzt Gemüseeintöpfe, Kartoffelsuppen, Gulasch und Fisch. Außerdem ist er Bestandteil von Currymischungen. Besonders häufig verwendet wird Galgant in der indonesischen und thailändischen Küche.

I.A.

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