Tipps & Erfahrungen

Hier finden Sie nützliche Ratschläge für ein gesünderes Leben sowie Anleitungen zur Selbsthilfe bei Alltagsbeschwerden. Auch die Leserinnen und Leser von NATUR & HEILEN tragen mit eigenen Erfahrungen dazu bei, das Wissen über naturgemäßes Leben und Heilen zu erweitern.

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Hafer: Aufbau- und Kräftigungsmittel in der kalten Jahreszeit

Kaum ein Getreide wird bei Überarbeitungs- und Erschöpfungszuständen so geschätzt wie der Hafer (Avena sativa). Hafer enthält Vitamine der B-Gruppe, Vitamin K, E, Carotin, Mineralstoffe wie Phosphor, Kalium und Spurenelemente wie Eisen, Kobalt, Mangan, Zink, Aluminium, Bor, Jod. Der beruhigende Effekt des Hafers geht auf das Avenin, ein Indol-Alkaloid, zurück.
Avena sativa wird als Urtinktur und in der Homöopathie bei Nervenschwäche, Schlaflosigkeit, nervösen Erschöpfungszuständen, vegetativer Dystonie und bei Schwächezuständen nach belastenden Krankheiten eingesetzt. Auch bei akutem Schnupfen kann Besserung erzielt werden, wenn man stündlich 20 Tropfen Urtinktur in heißem Wasser einnimmt.
Wissenschaftler der Universität Moskau entdeckten, dass Hafer außerdem den Körper von Schwermetallen befreien kann. Das Getreide enthält besonders viele Substanzen, die Blei, Cadmium oder Chrom binden und aus dem Organismus schleusen können. So wird in der russischen Volksmedizin Hafermehl bei Bleivergiftungen eingesetzt. Für die Wissenschaftler hat Hafermehl unter den Getreidearten das stärkste entgiftende Potential, gefolgt von Weizen, Buchweizen, Reis, Hirse und Perlgraupen.
Die verschiedenen Teile dieser Pflanze, die so reich an Zink ist wie keine andere, lassen sich in vielen gesundheitsfördernden Zubereitungen verzehren:

Haferflocken sind geschälte und unter heißem Dampf zu Flocken ausgewälzte Haferkörner. Durch das Verfahren ist das Endprodukt länger haltbar und auch roh genossen, z. B. im Müsli, gut verdaulich. Außerdem verkürzt sich die Kochzeit, wenn man Haferbrei (Porridge) zubereiten will. Auf Haferflocken ohne Keim oder hochraffinierte Instant-Haferflocken sollte man verzichten. Vollkornhaferflocken in Bio-Qualität sind wertvoller. Man kann die Flocken für viele kalte und warme Speisen verwenden. Sie eignen sich auch zum Backen. Aufgrund ihres hohen Eiweißund Fettgehaltes sind sie sehr nahrhaft.

Haferkleie und -keim: Im Handel bekommt man vereinzelt ein braunes Pulver, das sich aus vermahlener Kleie und Keimen zusammensetzt. Man kann es Porridge beigeben oder daraus einen Brei kochen, unter den man pürierte Früchte gibt. Dieser Brei ist ideal für Kleinkinder ab dem 9. Monat.

Grundrezept: 200 g Haferflocken, 500 ml Wasser oder Milch, evtl. 1 Prise Salz. Haferflocken, Flüssigkeit und Salz in einen Topf geben, zum Kochen bringen und bei geringer Hitze 10 - 15 Minuten köcheln lassen. Immer wieder umrühren. Der Brei wird warm gegessen und gegebenenfalls mit etwas frischer Milch oder Fruchtsaft verfeinert. Vorheriges Einweichen (mindestens eine Stunde, besser über Nacht) ist empfehlenswert. Die Einweichflüssigkeit kann zum Kochen verwendet werden.


Zur Herstellung von Haferschrot oder -grütze werden die ganzen Haferkörner grob vermahlen oder zerstoßen. Das einzelne Korn sollte hinterher aus drei bis vier Teilen bestehen. Auch aus Haferschrot kann man Porridge zubereiten, das herzhafter ist als das aus Haferflocken hergestellte. Die Kochzeit muss dafür lediglich etwas erhöht werden. Hafergrütze wirkt günstig auf Magen, Darm, Leber, Nieren, Blase, Milz, Lunge und Nerven.

Haferschleimsuppe gilt als wertvolles Hausmittel bei Magen- und Darmproblemen. Bedauerlicherweise ist sie heute kaum noch populär. Dabei kann sie recht hilfreich sein bei Entzündungen der Mundschleimhaut oder der Speiseröhre im Zuge einer Strahlen- und Chemotherapie. Milde, cremige Speisen sind in dem Fall günstig, während auf Gewürze und saure Lebensmittel verzichtet werden sollte, weil sie die Schleimhäute zusätzlich irritieren können. Auch bei Diabetes, Appetitlosigkeit, Durchfall und in der Rekonvaleszenz wurde früher häufiger Haferschleimsuppe gegessen.

Aus den grünen Haferfrüchten lässt sich ein alkoholischer Auszug herstellen. Dazu gibt man eine Handvoll Hafer auf einen Liter verdünnten Alkohol und lagert diese Mischung eine Woche im Dunkeln. Die Hafertinktur hilft bei allgemeinen Erschöpfungszuständen, Schlaflosigkeit infolge geistiger Überarbeitung und bei Appetitlosigkeit. Auch bei depressiven Menschen kann sie unterstützend gegeben werden. Mediziner in Indien hatten beachtliche Erfolge mit Hafer bei der Raucherentwöhnung.

Haferkraut sind die grünen, kurz vor der Vollblüte geernteten, zügig getrockneten oberirdischen Teile vom Hafer. Bereits im alten China war ein Tee aus grünem Hafer als Aufbau- und Kräftigungsmittel sehr beliebt.

Teezubereitung: ca. 3 g Droge mit 1/4 Liter kochendem Wasser überbrühen, abkühlen lassen und abseihen. Der Tee wird mehrmals täglich und kurz vor dem Zubettgehen getrunken. Haferkrautzubereitungen sollen aufgrund volksmedizinischer Erkenntnisse bei Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen sowie Nervosität, Schlaflosigkeit, Blasen- und Bindegewebsschwäche, Gicht, rheumatischen Erkrankungen, Nieren- und Steinleiden, altersbedingten Veränderungen und bei Tabakabhängigkeit helfen. Die Droge reduziert den Harnsäurespiegel im Blut und unterstützt wahrscheinlich die Entgiftungsarbeit der Leber.

Haferstroh setzt sich aus den kurz vor der Vollblüte geernteten, getrockneten und gedroschenen Laubblättern und Stengeln vom Hafer zusammen und wird gerne als Bademittel benutzt. Ein Haferstroh- Bad kann bei Gicht und anderen rheumatischen Krankheiten helfen. Für ein Vollbad nimmt man ungefähr 100 g geschnittenes Haferstroh. Dies wird in 3 Litern Wasser etwa 20 Minuten gekocht, abgeseiht und dem Badewasser beigefügt.

Haferfrüchte sind die reifen, getrockneten Körner. Sie enthalten insbesondere lösliche Polysaccharide, die als Ballaststoffe fungieren - und somit Verstopfung lindern - und zur verstärkten Ausscheidung des Cholesterins über die Galle beitragen, sowie Beta-Glucane, die u. a. das Risiko für koronare Herzerkrankungen reduzieren.


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