Tipps & Erfahrungen

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Heißer Genuss für kalte Tage: Kostbarer Weißer Tee

Kostbarer Weißer Tee
Erst vor einigen Jahren kamen aus China erste Proben eines ungewöhnlichen Tees. Eine Teesorte, die nicht schwarz, nicht grün, sondern weiß war. Teeliebhaber waren natürlich sofort neugierig geworden und wollten genau wissen, was es mit dieser Rarität auf sich hatte.

Weißer Tee gilt als die edelste Teesorte der Welt. Er gehört zur Gattung der Teepflanzen Camellia Sinensis. Schon im 11. Jahrhundert vor Chr. schätzten die chinesischen Kaiser ihn wegen seines süß-lieblichen Aromas und seiner lebensverlängernden Kräfte. Angebaut wurde er in den hohen Bergregionen der Provinz Fujian. Heute wächst er auch in Sri Lanka und Darjeeling.

Bei der Teespezialität - in China auch Weiße Pfingstrose, Wassergeist oder Silbernadel genannt - sind die Knospen von einem silbrigen, seidenartigen Flaum umhüllt. Dieser gibt ihnen einen weißen Schimmer. Daher die Bezeichnung: Weißer Tee.

Für 1 kg Tee werden 30 000 Knospen benötigt! Die Herstellung geschieht dabei besonders sorgfältig. Im Gegensatz zu schwarzem Tee, der maschinell verarbeitet und getrocknet wird, trocknet Weißer Tee langsam auf Trockengestellen an der Luft. Danach wird er kurz erhitzt und noch einmal an der Luft getrocknet. Dämpfen, Rollen und Fermentieren entfallen.

Weißer Tee enthält ätherische Öle, Gerbstoffe (Tannine), Fluorid, Mangan, Polyphenole, die zu den wirksamsten Antioxidantien zählen und von allen Teesorten den höchsten Gehalt an Koffein, nämlich 5 % aufweisen. Andere Teesorten haben 1,5 - 4 %. Das Koffein im Tee regt, wie man weiß, an, ohne aufzuregen, denn es wirkt nicht über das Herz auf den Kreislauf, sondern über das Gehirn (wobei das Gehirn besser durchblutet wird) auf das Zentralnervensystem.

Zwar setzt die belebende Wirkung langsamer ein als bei Kaffee, hält aber länger an. Und nach dem Abklingen kommt es nicht zu Ermüdungserscheinungen.

Weitere Inhaltsstoffe des Tees sind Theanin, eine Aminosäure, die die Koffein-Wirkung etwas abbremst und Theophyllin, das das Herz auf wohltuende Weise stimuliert und einen günstigen Einfluss auf die Blutgefäße hat. Nach einer holländischen Studie erleiden Teetrinker seltener einen Herzinfarkt. Viele Gründe also, häufiger Tee zu genießen. Auch deshalb, weil das exotische Getränk gegen Magenbeschwerden und Durchfall hilft und gut für die Zähne ist. Ob Weißer Tee wie Grüntee auch krebsvorbeugend wirkt, ist bisher nicht belegt, aber möglich, denn es handelt sich um die gleiche Pflanze - beide sind unfermentiert.

Weißer Tee schmeckt lieblich mild-aromatisch. Da er nicht bitter wird, können die Blätter in der Kanne bleiben und sogar ein zweites und drittes Mal mit heißem Wasser aufgegossen werden.

An kalten Wintertagen ist Weißer Tee - sorgfältig zubereitet und mit feinem Porzellangeschirr angerichtet - ein besonderer Genuss. Anregend und entspannend zugleich. Gern erinnert man sich bei der Gelegenheit an eine Szene aus einem der ältesten chinesischen Romane, dem Kin Ping Meh. Darin wird beschrieben, wie Mondfrau, die Gattin eines reichen Mandarins, in den verschneiten Hof ihres Hauses hinaustrat. Sie füllte einen Teekessel mit frischem Schnee, erhitzte ihn und übergoss damit eine köstliche Mischung edelster Teesorten. Der Duft und Geschmack dieses Tees bezauberte jeden. Weißer Tee war bestimmt dabei!

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